Dorferneuerung Thema bei einer Infoveranstaltung in Poppenricht
Mehr Platz durch weniger Bäume

Ob es mit dem alten Backofen an der Kirchenmauer noch einmal etwas wird, ließ Landschaftsarchitekt Manfred Neidl offen. "Braucht oder wünscht man den überhaupt?", fragte er. Bild: gf
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Poppenricht
22.10.2016
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Bis Ende 2018 soll die Dorferneuerung in Poppenricht abgeschlossen sein. Das kündigte der mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekt Manfred Neidl bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Mehrzweckraum des Rathauses an.

Die Bürger sollten Gelegenheit haben, ihre Vorstellungen und Anregungen zur Dorferneuerung einzubringen, betonte Bürgermeister Franz Birkl bei der Versammlung. Wie Landschaftsarchitekt Neidl erklärte, wurde die Dorferneuerung im Juni 2013 erstmals in einer Bürgerversammlung behandelt. Drei Wochen später war eine Ortsbegehung, vier Monate später ein weiteres Bürgergespräch. 2014 wurde ein Gesamtkonzept erarbeitet, schließlich ein Vorentwurf erstellt. Nach Gesprächen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung befasste sich im Februar und Oktober 2015 der Gemeinderat intensiv mit der Dorferneuerung. Förmlich eingeleitet wurde das Verfahren im Dezember 2015.

Drei Maßnahmen vorrangig


Von den fast 30 ursprünglich angedachten Maßnahmen hätten sich einige von selbst erledigt, erklärte Neidl. Drei Maßnahmen seien vorrangig: der Platz vor dem Poppenrichter Feuerwehrhaus, der Bereich des mittlerweile abgerissenen Rösel-Anwesens und der Mehrzweckstreifen entlang der St.-Michel-Straße. Die Planungen an der Einmündung der Schäfloher Straße mit Schotterrasen oder Rasengittersteinen sowie zwei Hochstamm-Laubbäumen führten laut Landschaftsplaner zu deutlichem Widerstand des dortigen Landwirts, der mit größeren landwirtschaftlichen Fahrzeugen nur unter vielen Schwierigkeiten in seinen Hof fahren könnte. Die Verbreiterung der Schäfloher Straße wurde befürwortet, da die Engstelle bis zur Friedhofseinfahrt kaum Gegenverkehr gefahrlos zulässt. Während zwei Autos bei äußerster Vorsicht knapp aneinander vorbeifahrenen können, muss im Begegnungsverkehr von zwei Traktoren einer auf den Fußgängerweg ausweichen.

Wenig Diskussionsbedarf gab es bezüglich der Gestaltung des Feuerwehrhaus-Umfelds, wo mehr Platz durch weniger Bäume geschaffen werden soll. Am neuen Dorfplatz, dem ehemaligen Rösel-Anwesen, sind die Baugrunduntersuchungen abgeschlossen. Die Dorfmitte soll durch Bäume aufgelockert werden, aber auch als Parkplatz dienen. Eine weitere Parkfläche ist gegenüber dem evangelischen Gemeindehaus vorgesehen.

Mit Sitzgelegenheit


Neidl sprach ein allgemein zu nutzendes Gebäude mit Sitzgelegenheit, Strom- und Wasseranschluss an, das eine Unterstellmöglichkeit bietet, wenn die Bushaltstelle der Linie 56 hierher verlegt wird. Kirche und Kirchenmauer dürften nicht zugebaut werden, so ein Diskussionsbeitrag. Und was sei mit dem alten Backofen? "Über den ist noch nicht entschieden", erklärte Neidl. "Das Gebäude oder der Stadel auf dem Dorfplatz darf nicht zu groß werden", verlangte Hermann Böhm, und die Bushaltstelle hätte hier mehr Sinn als am derzeitigen Standort nahe der Einmündung Lohe- und St.-Michael-Straße.

Wie Neidl betonte, müssten nun die auf den aktuellen Stand gebrachten Planungen vorgelegt werden. Wenn das Amt für Ländliche Entwicklung den Zuwendungsbescheid erlassen habe, könne die Gemeinde die Maßnahmen in Auftrag geben.
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