Hundekot sorgt für Empörung
Den Poppenrichtern stinkt es

Bei der Bürgerversammlung im Schützenheim der Drei Mohren informierte Bürgermeister Franz Birkl (im Hintergrund, stehend) über Aktuelles aus der Gemeinde. Bilder: gf (2)
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Poppenricht
15.11.2016
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Deutlich erkennbar ist der schlechte Zustand des Stadelanbaus am Drei-Mohren-Gebäude: First und nördliche Dachhälfte hängen durch.

Etlichen Poppenrichtern stinkt es gewaltig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Verschmutzung der Gemeinde durch Hundekot sorgte für deutliche Worte bei der Bürgerversammlung. Der Ärger darüber entlud sich sogar bis nach Amberg.

Abgesehen von diesem Thema scheinen die Poppenrichter aber sorgenfrei zu sein: Denn von der Möglichkeit, in einer Bürgerversammlung Anträge zu stellen, hatte niemand Gebrauch gemacht. Dafür rückte im Schützenheim der Drei Mohren das Problem mit den Hundehäufchen in den Fokus.

Einer der Versammlungs-Besucher wählte drastische Worte, um das Problem zu schildern: "Geschissen wird, was der Hund hergibt." Wenn Frauchen und Herrchen uneinsichtig seien, müsse die Gemeinde eben zu Sanktionen greifen. Diese sind durchaus möglich: Bis zu 1000 Euro Bußgeld könnte bei groben Verstößen verhängt werden, erklärte Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik. Dazu müsse aber eindeutig geklärt sein, wessen Hund die Verunreinigung verursacht habe.

Nürnberg greife bei diesem Thema rigoros durch, informierte Hermann Böhm. Er glaubt, wenn sich auch Poppenricht dazu entschließen könnte, und mit einer Ahndung einen Präzedenzfall schaffe, könnten die Hundehalter dazu erzogen werden, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ordnungsgemäß zu entsorgen. Genügend Stationen mit Hundekotbeuteln habe die Gemeinde ja aufgestellt.

Deutlich wurde in der Versammlung auch: Viele Landwirte sind verärgert, weil vielfach Hundekot zwar in die vorgesehenen Plastikbeutel verpackt, aber dann mit viel Schwung in Wiesen und Felder geworfen werde. Einer aus der Bürgerversammlung wusste genau, wer die Hauptverursacher sind - nämlich Hundehalter aus Amberg, die in ihrer Nachbargemeinde Gassi gehen und "uns Poppenrichter zuscheißen".

Aus der Poppenrichter BürgerversammlungBürgermeister Franz Birkl wies kurz auf die bisher elf Gemeinderatssitzungen hin, in denen 71 Beschlüsse gefasst wurden, davon 93 Prozent einstimmig. Fünfmal tagte der Bauausschuss, je einmal der Haupt- und Finanz- sowie der Rechnungsprüfungs-Ausschuss.

Poppenricht hat aktuell 3583 Einwohner: 141 bis zu Dreijährige, 105 Vier- bis Sechsjährige, 300 7- bis 15-Jährige, 103 16- bis 18-Jährige, 2333 19- bis 65-Jährige und 634 Bürger über 65 Jahre. In Altmannshof wohnen 141 Personen, in Häringlohe 80, in Poppenricht 1691, in Speckshof 147, in Traßlberg 1087, in Wirnsricht 52 und in Witzlof 381.

Derzeit wird laut Bürgermeister Birkl eine einfache Dorferneuerung geplant, mit der auch Parkplätze an der evangelischen Kirche entstehen sollen. Das kommunale Investitionsprogramm ermögliche die energetische Sanierung des Kindergartens in Traßlberg. In Arbeit seien die Erneuerung einiger von Landwirten genutzter Schotterwege sowie die Instandsetzung von Gehwegen und maroden Bordsteinen. Kurz vor dem Abschluss stehe der Breitbandausbau in Wirnsricht. Die Infoveranstaltung zur Dorferneuerung sei gut besucht gewesen, aber die Gemeinde werde Bürger und Planer noch einmal einladen, um die Bevölkerung noch mehr einzubinden.

Turngeräte sollten am Bolzplatz (am Ortsende Richtung Karmensölden) aufgebaut werden, lautete eine Forderung aus der Versammlung. Das müsse der Gemeinderat entscheiden, entgegnete Bürgermeister Birkl. Außerdem müsste dazu der Pachtvertrag geprüft werden.

Wie geht es mit dem ehemaligen Gasthaus Zu den Drei Mohren weiter? Auch dieses Thema kam zur Sprache. "Wir haben schon lange nichts mehr von den Investoren gehört", antwortete Franz Birkl. Der Stadelanbau bei den Drei Mohren sei marode. Der Dachstuhl werde die nächste größere Schneelast nicht überstehen, könnte sogar auf die Straße stürzen. Er werde zwischen Eigentümer und Abbruchunternehmer vermitteln, versprach Franz Birkl. Um Gebäudesicherung oder Teilabbruch werde man nicht herumkommen. (gfr)
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