Investor will Gebäude "Drei Mohren" abreißen
Das Ende der Drei Mohren

Wohl bald ein Bild der Vergangenheit: Der Poppenrichter Bauausschuss gab einstimmig grünes Licht für den Plan eines Investors, das Gebäude der Drei Mohren abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Bild: gf
Wirtschaft
Poppenricht
29.08.2015
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Ortsheimatpfleger Hans Prem und sein Kreis-Kollege Matthias Conrad scharrten schon mit den Hufen: Im Bauausschuss ging es um die Zukunft der Drei Mohren. Die gehört einem Investor - und zwar ohne das alte Gebäude.

200 Jahre hat es auf dem Buckel: Hans Prem sprach von einem Stück Poppenrichter Geschichte. Der Ausschuss stimmte trotzdem dem Antrag eines Investors aus Rednitzhembach zu. Dieser will die Drei Mohren abreißen und hier einen Neubau errichten - mit Tiefgarage, Nahversorger, Metzger, Back-Shop mit Stehcafé, Arztpraxen und Dienstleistern im Erdgeschoss, Praxis und Wohnungen im Obergeschoss, dazu Penthouse und Dachgarten.

Den Abriss hält Hans Prem für eine Todsünde: Bevor man dem zustimme, sollte sich die Gemeinde um einen Investor bemühen, der bereit sei, die alte Bausubstanz zu erhalten. Kreisheimatpfleger Matthias Conrad sah das ähnlich. Das markante Gebäude präge das Ortsbild. Ein moderner Allerweltsbau wäre dagegen ein Schandfleck. Conrad bedauerte, dass die Drei Mohren nicht in die Denkmalschutzliste aufgenommen wurden. Als es um diese Entscheidung gegangen sei, hätten die Fachleute feststellen müssen, dass am Gebäude bereits derart viele Änderungen vorgenommen wurden, dass die verbliebene Substanz nicht mehr unbedingt erhalten werden muss.

Bürgermeister Franz Birkl unterstrich, dass die Gemeinde weder Eigentümer des Anwesens sei, noch beabsichtigte, es zu erwerben. Die Chance für eine neue Nutzung dürfe man nicht durch weiteres Warten auf die lange Bank schieben. Ein Investor könne auch nicht mit staatlicher Förderung rechnen. Birkl bedauerte, dass kaum jemand zu finden sei, der eigenes Geld in die Hand nehme, um die Gebäudesubstanz zu erhalten.

"Wir wollen in Poppenricht kein Liliencenter", sagte Markus Zagel. Ausgeschlossen sei aber, dass die Gemeinde als Investor einspringe. Selbst wenn ein neues Gebäude errichtet werde, sollte der Name Drei Mohren unbedingt erhalten bleiben, betonte Zagel. "Mir tut der Abriss leid", gestand Konrad Scharl. Er werde dem entsprechenden Vorbescheidsantrag dennoch, aber schweren Herzens, zustimmen: Er wolle sich in 10 oder 15 Jahren nicht vorwerfen lassen, eine Chance nicht genutzt zu haben.
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