Kirwa in Pressath
Gelungener Testlauf

Jung und Alt strömten zur Kirwa in die Professor-Dietl-Anlage. Angetan vom tollen Ambiente brachten viele Besucher das Gelände gleich als möglichen Ort fürs Bürgerfest ins Spiel. Bilder: edo (3)
Freizeit
Pressath
18.07.2016
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Wann die letzte "Kirwa" in Pressath gefeiert wurde, weiß keiner so recht. Sei's drum: Nach einigen Jahrzehnten ist sie wieder zurück. Und der eintägige Versuchslauf machte bei Besuchern und Veranstaltern Lust auf mehr.

"Es muss wohl 1969 oder 1970 gewesen sein", glauben sich die gebürtige Pressatherin Olga Loh und Edwin Diepold zu erinnern. Besonders das Karussell und die Schiffschaukel, die damals am Spitalplatz standen, sind den beiden noch sehr präsent: "Wir hatten immer eine große Kirwa mit vielen Attraktionen." Gut viereinhalb Jahrzehnte später fallen die Feierlichkeiten deutlich kleiner aus - aber das hat einen Grund. "Wir wollten den vergessenen Brauch wieder auferstehen lassen", sagt Alex Bauer vom Burschenverein.

Zwar werde in der Haidenaab- Stadt Ende Oktober die "Allerweltskirchweih" gefeiert, die eigene geriet mit den Jahren in Vergessenheit. Schade sei das, so der einhellige Tenor der jungen Männer, wenn man bedenke, was andere auf die Beine stellen. Also schlossen sich die 35 Burschen mit der Pfarrjugend zusammen, um das Weihfest vom 15. Juli 1778 wieder gebührend zu zelebrieren. Weil die Veranstalter aber nicht einschätzen konnten, wie ihre Idee bei der Bevölkerung ankommen werde, einigte man sich für heuer nur auf einen eintägigen Testlauf. Zum Auftakt wurde an der Pfarrkirche ein Kirwa- Baum aufgestellt, den Pfarrer Edmund Prechtl weihte. Es folgte eine Eucharistiefeier und ein Zug zum auserwählten Festplatz: Der Professor-Dietl-Anlage.

Dort warteten eine mit Lichterketten geschmückte Zeltlandschaft sowie Buden für Bier, Wein und Essen. Das Ambiente stieß bei den gut 400 Besuchern auf Begeisterung: Über die positive Resonanz freut sich wohl auch der Stadtrat, der eine Neugestaltung der "etwas verrufenen" Grünfläche auf der Tagesordnung hat. Applaus ernteten auch die Musikanten, die mit Gitarre, Quetschn und Cajon für die zünftigen Klänge sorgten. Der 14-jährige Sandro und seine drei Jahre ältere Schwester Sophia begeisterten das Publikum und waren selber ganz angetan.

Zufrieden zeigten sich auch die Veranstalter: "Möglicherweise wird es im nächsten Jahr eine richtige Kirwa von Donnerstag bis Montag", sagte einer. Bis dahin habe man aber noch großen Nachholbedarf, was das ganze "Kirwa-Repertoire" betreffe: "Kirwa-Ruf, Zug und Gstanzla wären schon schön, aber dafür müssen wir uns erst noch Anregungen holen." Da trifft es sich gut, dass die Pressather Burschen von Frater Korbinian, der selbst im Ausschank mitwirkte, bereits eine Einladung zur Oberbibracher Kirwa Ende August erhalten haben. Dort könne man sich dann die nötigen Inspirationen holen.

Fürs Kirwa-Ausgraben 2017 hat man indes heuer bereits vorgesorgt: Symbolisch versenkten die Burschen im Morgengrauen eine Flasche edlen Weinbrands an einem geheimen Platz in der Pressather Erde.
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