Musikschule Vierstädtedreieck mit neuem Angebot
Offene Ganztagsschule als Chance

Mehr als 400 Schüler lernen an der Pressather Musikschule den "guten Ton". Ihr besonderes Augenmerk will sie auf Kurse bei der "offenen Ganztagsschule" richten. Bild: bjp
Freizeit
Pressath
27.05.2016
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Stabile Schülerzahl, rege besuchte Konzerte: An der Musikschule Vierstädtedreieck läuft es in der Musikersprache formuliert "giusto". Um sich unter den Freizeitangeboten zu behaupten, will sie künftig noch mehr auf ihr Angebot aufmerksam machen - durch die engere Allianz mit den regionalen Schulen.

Dieses Ziel setzte sich der Musikschulverein bei seiner Mitgliederversammlung im Dostlerhaus. Die "offene Ganztagsschule" biete die Chance, die Musikalität der Schüler zu wecken, betonten Musikschulvereinsvorsitzender Werner Walberer und Kornelia Heinl als Mitarbeiterin der Musikschulleitung. Mit der Volkshochschule im westlichen Landkreis und der Grundschule Eschenbach arbeite man schon erfolgreich zusammen, auch die Kooperation mit den Schulen in Grafenwöhr und Pressath sei auf einem guten Weg.

Profitieren würden nicht zuletzt die traditionellen Musikvereine, zeigte sich Walberer überzeugt: "Zu Konkurrenzdenken besteht kein Anlass, denn viele Musikschüler bringen ihre erlernten Fertigkeiten gern in die traditionellen Kapellen ein."

Kirchenthumbachs Bürgermeister Jürgen Kürzinger bestätigte: "Unsere Blaskapelle hat durch die Musikschule nichts verloren, sondern spürbar profitiert." Einen Aufschwung der Blasmusik stellte auch Heinl fest. Schulleiter Joachim Steppert berichtete, dass zum Jahresbeginn Neustadt am Kulm der Musikschule beigetreten sei. Im dritten Jahr nach der Fusion der Musikschulen Pressath-Grafenwöhr und Eschenbach umfasse die Vierstädtedreieck-Schule mithin alle zehn Kommunen des Kooperationsraums. Mit 403 Mädchen und Buben hält die Schülerzahl das Vorjahresniveau, die guten Resultate bei Leistungs- und Abiturprüfungen und die leistungsfähigen Ensembles belegten die Arbeit der 18 Lehrkräfte.

Vor allem beim 15-köpfigen Blasorchester sei eine "weitere Steigerung der musikalischen Qualität" zu konstatieren, freute sich Steppert. Etabliert habe sich auch das im Vorjahr gegründete Nachwuchsorchester mit derzeit 8 Mitgliedern. "In allen Instrumenten voll besetzt" sei das aus 12 Mitgliedern bestehende Streichorchester, der Chor umfasst 47 Sänger. "Wir sind gern bereit, Veranstaltungen musikalisch mitzugestalten, soweit uns das irgend möglich ist", versprach er. Gegenwärtig bereite die Musikschule die Schaffung von "Bläserklassen" an den Schulen der Region vor: "Hierbei handelt es sich um Bläsergruppen, die keineswegs reguläre Klassenstärke erreichen müssen und in denen Kinder von Null an miteinander lernen, ein Blasinstrument zu spielen."

Als Ganztagsschulangebote wären Flöten-, Chor- oder Rhythmusgruppen denkbar, führte Steppert aus: "Aus allen diesen Unterrichtseinheiten könnten Ensembles entstehen, die den betreffenden Schulen beispielsweise für die musikalische Gestaltung ihrer Veranstaltungen zur Verfügung stünden." Für die Lehrkräfte böten die Ganztagsschulkurse eine "Herausforderung", der sich die Musikschule aber als Kooperationspartner gern stelle, zumal man mit der musikalischen Förderung einem Wunsch der Politik entspreche. Für Schüler und Eltern sei es zudem einfacher, wenn die Kinder während der Nachmittagsschulzeit Musikkurse besuchen könnten, anstatt nach der Heimkehr nochmals zum Musikunterricht aufbrechen zu müssen.

Hoffnung auf UmzugAls Höhepunkte des laufenden Schuljahrs nannte Musikschulleiter Joachim Steppert bei der Mitgliederversammlung die vier großen Konzerte, von denen das Sommerfest in Pressath am 23. Juli noch bevorstehe. Eine Informationswoche vom 13. bis 17. Juni biete eine weitere Gelegenheit, die Musikschule VierStädtedreieck kennenzulernen.

Der Unterrichtsarbeit kam nach Stepperts Worten die Zuweisung der umgebauten Hausmeisterwohnung im Pressather Schulgebäude zugute. Mit der Schulleitung der Grund- und Mittelschule liefen außerdem Gespräche über die Mitnutzung des dortigen Musikraums: "Für manche Angebote wäre es gut, auf diesen größeren Raum zurückgreifen zu können." Nicht ideal seien die räumlichen Gegebenheiten in Eschenbach, doch sei in Aussicht gestellt, "baldmöglich" Räume im alten Vermessungsamt zu beziehen - "in zentraler Lage und zugleich in der Nähe der Schulen". (bjp)
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