Oldtimerjugend präsentiert in Feilersdorf historische Landmaschinen, Autos und Motorräder
„A Haufen alt’s Glump“ mit Kultstatus

10 300 Kubikzentimeter, 500 Newtonmeter Drehmoment: Der fast 70 Jahre alte graue Ursus-"Dino" von Johann Völkl (Bildmitte, mit Hut) war vielbestaunter Blickfang beim Feilersdorfer Oldtimertreffen. Bild: bjp
Freizeit
Pressath
17.05.2016
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Feilersdorf. "A su a Haufen alt's Glump." Mit oberpfälzisch-lakonischer Ironie beschrieb ein beeindruckter Besucher das Bild, das sich am Pfingstsonntag in Feilersdorf bot. Die Oldtimerjugend hatte Freunde historischer Landmaschinen, Autos und Motorräder zum zweiten Oldtimertreffen eingeladen, und nicht weniger als 166 Zwei- und Vierräder verwandelten Festwiese und Dorfplatz in ein betriebsames Freiluftmuseum - fast doppelt so viele wie beim ersten Stelldichein vor zwei Jahren.

Tadellose Dieselrösser


Die "Senioren" des Tages waren zwei tadellos erhaltene Fendt-Dieselrösser von 1937: der graue Schwungrad-Saurier von Lukas Deubzer aus Burkhardsreuth und sein von der Trabitzer Familie Hermann Bauer aus dem früheren Heindl-Anwesen geretteter Altersgenosse. Nur zwei Jahre weniger hatte der Deutz F1-M414 von Josef Seitz aus Zettlitz auf dem einzigen Kolben. Vielbestaunte Blickfänge waren vor allem der wuchtige 1943er Lanz Bulldog D 9500 von Josef Sollfrank aus Feilershammer und sein vier Jahre jüngerer polnischer "Klon" Ursus C-45. Dessen Modellhistorie ist zugleich eine kuriose Episode deutsch-polnischer Zeitgeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Warschauer Ursus-Landmaschinenwerk mit Hilfe beschlagnahmter Lanz-Konstruktionsunterlagen begonnen, die deutschen Diesel-Dinos nachzubauen: als unverwüstliche und notfalls mit billigem Teeröl zufriedene stählerne Aufbauhelfer einer "sozialistischen Landwirtschaft" in dem von gut fünf Jahren deutscher Besatzungsherrschaft gezeichneten Land.

Eine neue Heimat


Einer der rund 60 000 bis 1965 produzierten polnischen 45-PS-"Kaventsmänner" mit 10 300 Kubikzentimetern Hubraum fand vor zwei Jahren, nach einer Zwischenstation an der deutsch-niederländischen Grenze, seine neue Heimat bei Johann Völkl. Außer vielen respektvollen Blicken erntete der passionierte Landmaschinensammler aus dem 68 Kilometer entfernten Saubersrieth bei Vohenstrauß auch den Sonderpreis für die längste Anreise. Die Auszeichnung für die größte Teilnehmergruppe nahmen allerdings nicht die von ihm mitgegründeten Oldtimerfreunde Moosbach, sondern die Bulldogfreunde aus Löschwitz bei Kemnath mit nach Hause.

Mit von der Partie waren auch die Bulldogfreunde Zessau und die "Oberpfälzer Schlüterfreunde" aus Weiden sowie Gruppen und "Einzelkämpfer" aus Kirchenthumbach, Mantel, Schlicht bei Vilseck, Speichersdorf, Tremmersdorf, Wiesau und etlichen weiteren Orten. Bei diesem Ansturm hatten die rund drei Dutzend Oldtimerjugend-Mitglieder, die Feilersdorfer Feuerwehr und viele weitere hilfreiche Geister alle Hände voll zu tun, damit alles wie am Schnürchen lief - auch an Grill und Kuchenbuffet.

Rege genutzt wurde die Gelegenheit, sich bei regionalen Unternehmen über aktuelle Zugmaschinen und landwirtschaftliche Dienstleistungen schlau zu machen, am Motorprüfstand ein "EKG" des eigenen Schätzchens einzuholen und Benjamin Ensleins Riesenhäcksler zuzusehen. Bürgermeisterin Carmen Pepiuk kommentierte: "Die Gemeinde kann stolz auf euch sein."
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