Benjamin Schallwig und Teresa Hoerl in Pressath
Große Stimme, viel Gefühl

Benjamin Schallwig und Teresa Hoerl boten einen begeisternden Klassik-Auftritt mit Werken von Schumann bis Chopin. Bild: Stiegler
Kultur
Pressath
03.11.2016
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Klassik vom Feinsten gab es am Sonntagabend im Pfarrsaal zu erleben - dargeboten von zwei Künstlern aus der Region: Pianist Benjamin Schallwig und Sopranistin Teresa Hoerl präsentierten auf Einladung des Kulturkreises "Melodien zum goldenen Herbst". Knapp zwei Stunden standen Werke von Robert Schumann, Clara Schumann, Johannes Brahms und Frédéric Chopin im Mittelpunkt.

Praktisch voll besetzt war der Saal, als die aus Kemnath stammende Sängerin und der in Troschelhammer beheimatete Instrumentalist begannen. Und die Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Wo soll man anfangen bei einem Programm, in dem sich ein Höhepunkt an den anderen reihte? Was soll man über eine Sopranistin sagen, deren Stimme manche Gänsehaut im Publikum erzeugte? Und was gibt es zu sagen über einen Pianisten, der nicht nur mit der Sängerin harmonierte, sondern auch als Solist eine exzellente Leistung bot?

Los ging es mit Robert Schumann - "Aus den östlichen Rosen", "Wenn ich deine Augen seh'" und der sechsteilige Liederzyklus op. 107. Hoerl sang nicht nur einfach, es war dramatisch, anmutig, fröhlich, traurig, keck, schüchtern - für jede Gefühlsregung in den Liedern hatte sie den passenden Ausdruck. Sie verlieh Gefühlen Leben. Was für Robert galt, traf auch auf die Werke von Clara Schumann und Johannes Brahms zu.

Doch würde der richtige Mann am Flügel fehlen, wäre vieles nicht möglich gewesen. Schallwig beherrscht seine Kunst, da saß jeder Ton, da genügte ein Blick, um sich abzustimmen. Und wer es noch nicht wusste: Spätestens bei der Klaviersonate b-moll op. 35 von Frédéric Chopin war jedem im Publikum, dass auch Schallwig ein Meister ist. Die Klaviersonate ist aufgrund ihres Trauermarsches (3. Satz) eines der bekanntesten Werke des polnischen Komponisten. An Einspielungen von Pianisten mit Weltrang mangelt es nicht - und dennoch gelang es dem Künstler, dem Werk seine Handschrift zu verleihen. Eine Handschrift, die denn auch vom Publikum mit frenetischem Applaus gefeiert wurde. Dies galt auch für den weiteren Solo-Auftritt Schallwigs, bei dem er sich erneut bei Werken Chopins bediente.

Erst nach zwei Zugaben durften die sympathischen Künstler den Bühnenraum verlassen - dem "Abendlied" und der vierhändig gespielten "Morgenstimmung" aus Griegs "Peer-Gynt-Suite". Nochmals riesiger Applaus für das Duo.
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