"Brass meets Strings"
Auch musikalische Gegensätze ziehen sich an

Auch die ruhigen Streicher bekamen beim Konzert in der Pressather Stadtpfarrkirche ihre (Klang-)Raum. Bild: mng
Kultur
Pressath
19.07.2016
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Die Musikschule Vierstädtedreieck ist bekannt für Qualität, und dafür, musikalische Herausforderungen zu suchen. In der Stadtpfarrkirche ließen sich Bläser und Streicher auf ein gemeinsames Konzert ein - von der Klassik bis zur Moderne. "Brass meets Strings" - eine ungewöhnliche Kombination: Schwere und dominierende Blechklänge in Kombination mit feinen Streichern? Die fünf Blechbläser um René Bauer und Elvira Eplers neun Streicher harmonierten wunderbar. Das 80-minütige Konzert gab beiden Gruppen Gelegenheit, sich zu präsentieren. Gleichzeitig bildete es eine musikalische Zeitreise mit Werken, unter anderem von Franz von Suppé, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Dazu gab es "angewandte Blechmusik für alle Lebenslagen" von Mnozil Brass aber auch die Rockband Queen.

Eine Ahnung, wie sich Bläser und Streicher vertragen lieferten die Blechbläser Jonas Schreml, Marius Koslowski, Susanne Schubert, Maximilian Fuchs und Lukas Lorenz eingangs mit der "Leichten Kavallerie" des Österreichers Franz von Suppé, später boten sie "Lonely Boy" von "Mnozil Brass". Dieses Blechensemble behauptet, "ihre Musik könne man sehen, die Bühnenperformance riechen". Das Streicherensemble folgte mit dem "Trompetenmenuett" von Michel Corrette und Georg Friedrich Händels Menuett aus der "Feuerwerksmusik", dazwischen bot Bastian Schreml, begleitet von Walter Thurn am Klavier, "Harlequin" von Forrest Lawrence Buchtel an der Trompete. Auch Waldhorn und Klavier passen: Margaretha Graml, von Walter Thurn unterstützt, boten Saint Jacomes "Andante and March". Ludwig Babo und Elvira Epler an der Violine sowie Johanna Baumann am Klavier sorgten mit feinen Tönen aus der "Bauern-Kantate" von Johann Sebastian Bach für Gänsehaut.

Still war es, als Johanna Baumann, an der Violine, und Riita Michelson am Klavier Fritz Kreislers "Praeludium und Allegro" boten. Wenn es auch "Pausenstück" heißt, ging das Konzert direkt weiter. Vielmehr hieß das Johann Valentin Rathgeber Stück so. Qualität demonstrierte das Violinen-Trio Magdalena Waldmann, Johanna Bauer und Sarah Wolf.

Gefühlvoll folgte Peter Tschaikowskys "Walzer". Die Solisten waren Luca Löwel an Violine und Riita Michelson am Klavier. Marius Koslowski an der Trompete und Walter Thurn am Klavier boten ein gefühlvolles "Sarabande" von Jean Hubeau. Wieder war die Kombination Violine und Klavier an der Reihe: Sarah Wolf mit Johanna Baumann trugen den ersten Satz des Konzerts N. 9a-Moll von Charles-Auguste de Bériot vor. Das Blechbläserquintett bot die Bohemian Rhapsody von "Queen" und zum Schluss "Blue" von "Mnozil Brass".

Kurz vor Ende bot Elvira Eplers Streicherensemble Ludwig Babo, Katja Elstner, Magdalena Waldmann, Christiane Dötsch, Johanna Baumann, Sarah Wolf, Luca Löwel, Lisa Heining und Kirsten Bosch moderne Stücke: Astor Piazzolas "Oblivion" und "Libertango". Sabrina Hübner begleitete am Klavier. Die Zuhörer hatten noch nicht genug. Mit frenetischem Beifall forderten sie Zugaben: Es folgte die "Trompetenpolka" und nochmal der "Lonely Boy" von "Mnozil Brass".

Fazit: Streicher und Bläser ergänzten sich wunderbar. Man könnte sagen, ein lohnendes Wagnis. Etwas schade war, dass nur rund 130 Gäste in die Pfarrkirche gekommen war.
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