Filmemacher in Plankstetten
Tradition trifft Technik

Besprechung im Grünen. Während Hans Walter (von links) sich mit Hauptdarsteller Sebastian Hölz und einem Mitarbeiter des Klosters bespricht, kann Kameramann Robert Neuber (rechts) etwas verschnaufen. Bild: hwk
Kultur
Pressath
24.06.2016
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Auch ein Brennerei bietet das Kloster Plankstetten. Natürlich kommt das Filmteam an der nicht vorbei.

Robert Neuber und Hans Walter haben einen guten Ruf in Bayerns Klöstern. Statt Habit, tragen sie Kamera und Drehbuch. Ihr Film übers Kloster Speinshart feierte in der nördlichen Oberpfalz große Erfolge und kam auch im Süden gut an. Das Benediktinerkloster Plankstetten erteilte den Filmemachern einen besonderen Auftrag.

Kastl/Zintlhammer. Mit Professor Dr. Dieter Meiler von der Ostbayerischen Technischen Hochschule entwickeln die Filmemacher einen mobilen, multimedialen Klosterführer. "Die Idee ist ganz einfach", so Robert Neuber aus Zintlhammer. "Abt Beda Maria Sonnenberg wollte einen Klosterführer für Tablet-Computer", ergänzt Hans Walter aus Kastl. Das Angebot sollte Gästen die Möglichkeit geben, die große Klosteranlage inklusive der Landwirtschaft selbst zu erforschen. Seit Januar arbeiten die Nordoberpfälzer an der Umsetzung.

Mobil durchs Kloster


Der mobile Klosterführer soll nun den Besuchern den Weg von der Kirche, über die Gruft bis hin zu den Ausstellungen, der Landwirtschaft sowie der Bäckerei und dem Hofladen zeigen. Auf seinem Rundweg trifft er Mönche, die ihm alles Wissenswerte erklären: Von der klassischen Frage "warum man ins Kloster geht", aber auch weshalb Plankstetten zum "grüne Kloster" wurde. Ab dem Spätherbst soll es Tablets an der Pforte zum Ausleihen geben.

Entwickelt und ausgearbeitet haben Neuber und Walter das Konzept mit Prof. Meiler und Abt Beda. "Unser Vorteil bei diesem Projekt war, dass wir mit Landwirtschaft und katholische Kirche eng verbunden sind", erklärt Neuber. "Zudem haben wir uns beim Film über das Kloster Speinshart gewissermaßen in die Materie eingearbeitet", ergänzt Walter.

Andererseits war das neue Konzept auch Neuland für die Filmemacher. "Wir waren mehrere Wochen beschäftigt eine Vorlage zu schreiben. Wir mussten an viel denken, was zu Beginn gar absehbar war." Es sei eben doch etwas anderes, als "nur" einen Film zu drehen.

Vertrautes Team


Auch deshalb setzen die beiden bewusst auf ein vertrautes Team. Als Darsteller des Klosterbesuchers engagierten sie Sebastian Hölz, der schon in "Frucht und Erbe - die Geschichte des Klosters Speinshart" die Hauptrolle übernommen hatte. Der Profi war vier Tage beim Dreh im Kloster. Möglichst einfach und allgemeinverständlich lässt er sich das Leben und Arbeiten im Kloster erklären - stellvertretend für all jene Besucher, die möglicherweise ohne jedes Vorwissen das Kloster im Landkreis Neumarkt besuchen.

Das unbeständige Wetter stellte das Team vor Herausforderungen. Hinzu kam der strikt geregelte Tagesablauf der Benediktiner-Mönche. Zu den vier Drehtagen kamen in den vergangenen Monaten weitere, besondere Termine: So filmten Neuber und Walter beim Gedenken an die gefallenen Mitbrüder zum Volkstrauertag, am Adventsmarkt im Dezember, bei einer Priesterweihe am zweiten Weihnachtsfeiertag mit Bischof Gregor Maria Hanke, beim Maibockanstich oder bei einer feierlichen Einkleidung. In den kommenden Wochen stehen weitere Drehtage in der Landwirtschaft an, etwa bei der Getreideernte. Noch bevor die letzten Szenen im Kasten sind, wird Neuber das Material sichten und Rohschnitte erstellen. Eine Testversion des Klosterführers soll Mitte Oktober vorliegen.

Insgesamt sind Robert Neuber und Hans Walter von dem Projekt begeistert. Das Arbeiten mit den Benediktinern habe viel Spaß gemacht und sei lehrreich gewesen. Vor allem habe die Vorarbeit ihnen die Grundsätze der Benediktiner nahegebracht. "Da stellt man schnell fest, dass Benedikts Regeln auch nach 1500 Jahren gar nicht überholt sind." (Hintergrund)
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