Horst Eckert in Pressath
Daheim liest sich's am schönsten

Lesung mit den Eltern: Horst (Mitte) mit Edith und Hans Eckert
Kultur
Pressath
11.10.2016
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Pirk, Tirschenreuth, Sulzbach in den vergangenen Tagen, nun Regensburg, Ebermannstadt und am Donnerstag Berlin. Horst Eckert tourt mit seinem Krimi Wolfsspinne. Bei aller Tour-Routine: Die Lesung am Montag im Nowas war eine besondere. Zum 15. Mal trat er "daheim" auf, bisher stellte er jedes seiner Bücher in Pressath vor.

Für Horst Eckert ist es speziell: "Ich hab hier meine ersten 19 Jahre verbracht." Er kehre gerne heim, wohne während der Lesungen in Nordbayern bei den Eltern Edith und Hans. Wenn dabei auch nicht viel Freizeit bleibe, "für einen Spaziergang durch die Stadt und einen Besuch in Eckhard Bodners Buchhandlung reicht es." Es sei ein bisschen wie Urlaub daheim. Dazu passten die "bekannten Gesichter", die Gudrun Raab im Nowas entdeckte. Sie vertrat ihren erkrankten Bruder Kulturkreis-Vorsitzenden Eckhard Bodner.

Eckert begann dann mit der Geschichte hinter der Geschichte. Die Besucher erfuhren, dass der Nationalsozialistische Untergrund sich Eckert als Thema aufdrängt, seit 2011 die Terroristen tot in ihrem brennenden Wohnmobil lagen und Deutschland von den Verbrechen erfuhr. "Mir war die Materie anfangs aber zu ekelerregend". Deshalb erschienen seit 2011 zwei andere Eckert-Romane. Losgelassen hat ihn der NSU aber nie. "Ich habe viel recherchiert." Als 2015 mit der Flüchtlingszahl die Ressentiments anwuchsen, begann er zu arbeiten.

Das Ergebnis der Arbeit sei fiktiv, seine Zweifel an der "offiziellen Version" aber real. In der Lesung stellt Eckert seine Variante von Böhnhardts und Mundlos' letzten Stunden vor: Die Terroristen erschießen sich nicht selbst, ein V-Mann tötet sie, um Verstrickung des Verfassungsschutzes zu vertuschen. Im zweiten Teil der Lesung verschlägt es den Mörder Ronny dann nach Düsseldorf, wo er Eckerts Helden, Kommissar Vincet Veih, trifft.

Wer mehr über die Wolfsspinne wissen wollte, konnte im Nowas das Buch kaufen, es signieren lassen und Fragen stellen, etwa zu neuen Buchplänen. Die gebe es. "Nach der Lesetour setze ich mich an den Schreibtisch." Zum vierten Mal wird Eckert dann Veih ermitteln lassen. Vorstellen möchte er das Buch Anfang 2018 - ganz sicher auch in Pressath.
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