Jazzfrühschoppen in der Vestn
Blues, Pop und "a wengerl an Jazz"

Lässig in den Sonntag gestartet: Hubert Treml (Zweiter von links) und seine Freunde vor dem historischer Gemäuer der Vestn. Bild: hfz
Kultur
Pressath
02.09.2016
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Ein bisschen Jazz, etwas Humor und ganz viel Oberpfalz: Zum 10. Kulturkreis-Jazzfrühschoppen auf der Vestn boten Hubert Treml, Franz Schuier und Sebastian Wurzer Unterhaltung - mal etwas anders als sonst.

Ein kleines Jubiläum feierten Familie Reichl von der Vestn und der Kulturkreis Pressath: den 10. Jazz-Frühschoppen. Auch wenn die Puristen unter den Jazzern diesmal fehlten - fast Hundert Fans von Hubert Treml, Franz Schuier und Sebastian Wurzer fanden den Weg auf die Pressather Vestn. Das illustre Publikum bekam zu hören, was es erwarten konnte: ein buntes und abwechslungsreiches Programm à la Hubert Treml mit viel Oberpfälzer Mundart. "A wengerl an Jazz" gab es als Sahnehäubchen oben drauf.

Weit angereistes Publikum


Mit Sebastian Wurzer aus Weiden hatte sich das Duo Treml/Schuier einen guten Nachwuchs-Jazzer an Land gezogen. Als virtuoser Saxofonist, auch mit Ambitionen auf der Klarinette, war er eine echte Bereicherung und wurde immer wieder mit Szenenapplaus bedacht. Mit Bravour meisterte Wurzer die sicherlich nicht leichte Aufgabe, sich in ein eingefleischtes Pop-Rock-Duo musikalisch einzufinden.

Mit bekannten Eigenkompositionen wie "Jane", "Selbergmachte Erdbeermamalaad" oder "Pfannakouchnsuppn" rannten Treml und Schuier offene Türen bei den zum Teil sehr weit angereisten Fans ein. Dem Entertainer-Naturtalent Treml gelang es sofort, Stimmung in den Vestn-Stodl zu bringen und das Publikum für das Trio einzunehmen. Da kann man dann schon mal experimentieren und das Paradestück "Annamirl", das beim Konzert 2003 unter den Pfarrhofarkaden noch ganz im Oberpfalz-Dirndl-Look daherkam, kurzerhand als Blues kredenzen. Das Publikum ging begeistert mit und ließ sich gerne bluesig hinters "Stodldouandirl" führen.

Welchen Komponisten die Verehrung von Treml und Schuier gilt, ließ sich unschwer an der Auswahl der Lieder ablesen. Ob Van Morrisons "Moondance", Bruce Springsteens "Fever" oder Duke Ellingtons "Satin Doll": Sie alle kamen im Treml'schen Outfit und im Oberpfälzer Dialekt daher. Das Publikum ging begeistert mit und lohnte es den Musikern mit heftigem Applaus. Bei der Zugabe "Bahnhof" zeigte dann Sebastian Wurzers Vater Stefan, was er musikalisch auf dem Kasten - oder besser gesagt auf dem Cajon - drauf hat.

Gut gehalten


13 Jahre nach dem ersten Konzert in Pressath kann man in Abwandlung eines Hubert-Treml-Songs bilanzieren: "Ihr habts eich guat ghaltn". Musik für Herz und Verstand, mit viel Humor und ohne Allüren: Das kommt in Pressath immer gut an. Es werden sicherlich nicht wieder 13 Jahre ins Land ziehen, bis "Hubert Treml and friends" wieder beim Kulturkreis aufspielen dürfen.

Bei Kaiserwetter und einem Weißwurstfrühschoppen mit fetzigen Melodien bewies die Vestn von Helmut und Christl Reichl einmal mehr, dass sie auch für den Kulturkreis Pressath der ideale Ort für Kleinkunst ist.
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