Journalist Philipp Hedemann liest aus dem Buch "„Die Flüchtlingsrevolution“"
Die Welt verändert sich

Kultur
Pressath
21.11.2016
43
0

Unsere Welt befindet sich im Wandel. Unter anderem begründet sich dies auf der Tatsache, dass derzeit ungefähr 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht befinden. Im Pressather Pfarrsaal schilderte Philipp Hedemann die Beweggründe einiger Flüchtlinge, ihre Heimat zu verlassen und diskutierte mit dem Publikum über mögliche Folgen.

Vor fünfzig Zuhörern erzählte der freie Journalist unter anderem Ameenas Geschichte: Hedemann traf Ameena erstmals 2015 an einem Strand von Kos. Sie und ihre zwei kleinen Kinder hatten die Überfahrt überlebt. Nach einer langen Fahrt durch Europa trafen die drei in Mecklenburg-Vorpommern Ameenas Ehemann und die beiden älteren Kinder wieder. Seitdem arbeitet die Familie aus Syrien erfolgreich daran, sich ein neues Leben aufzubauen. Hedemann schilderte auch die Flucht des Irakers Ali, der bei der Überfahrt nach Griechenland seine zwei jüngeren Kinder verlor. Mit den beiden älteren versucht er, in Deutschland weiterzuleben.

Wem die Flucht in ein zunächst fremdes Land gelingt, träume von einem friedlicheren Leben und einer Zukunft in Sicherheit. Die Flüchtlinge veränderten sich durch Einflüsse aus Kultur, Politik und Gesellschaft ihrer neuen Heimat, aber auch das Gastland werde verändert. Wie sich Länder, die Flüchtlinge aufnehmen, entwickeln, lasse sich nicht voraussagen. "Den Begriff Revolution haben ich und meine 25 Mitautoren gewählt, da historisch gesehen die Freiheit immer wichtigstes Element einer Revolution war - und der Ausgang einer Revolution ungewiss", erläuterte der Afrikakorrespondent den Titel des Buches. Jedoch sieht er ebenso wie seine Kollegen vom Netzwerk Weltreporter.net neben neu entstehenden Problemen auch Chancen. Bei der Diskussion wurde klar: Integration ist anstrengend, aber bereichert alle Beteiligten.

Kulturkreisvorsitzender Eckhard Bodner bedankte sich auch im Namen von Angelika Denk und Ursula Frankenberger (VHS Eschenbach) bei Stadtpfarrer Prechtl für die Räume und bei Stadtrat Christian Mörtl für die Anbahnung der Förderung durch den Fond "Demokratie leben". Dem war es zu verdanken, dass bei freiem Eintritt Spenden für den Helferkreis Asyl in Pressath gesammelt werden konnten. Gudrun Raab freute sich über 210 Euro und lud zum Integrationscafé ein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.