ATP will weiter wachsen

Albert Butscher blickte in die Zukunft der Stadt. Bild: bjp
Lokales
Pressath
10.11.2015
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Am Ende hatten die Zuhörer das Wort in der Bürgerversammlung. Wenn es auch kein Topthema gab, Bürgermeister Werner Walberer musste zu einer Reihe von Fragen, Anregungen und Beschwerden Stellung nehmen.

Zum Schluss der Versammlung eröffnete Rathauschef Werner Walberer die "Bürgersprechstunde". Mit einem Fragenkatalog wartete Uwe Kittner auf, der sich für neue Unternehmensansiedlungen in den Gewerbegebieten, die städtischen Pläne für das Bahnhofsgebäude und den Christbaum vor der Kirche interessierte.

Walberer erwiderte, dass der Stadtverwaltung Anfragen ansiedlungsinteressierter Firmen vorlägen, bat aber um Verständnis, dass er über laufende Verhandlungen nicht sprechen könne. Ein "offenes Geheimnis" sei, dass ATP eine Erweiterung beabsichtige. "Die Verwaltung und ich persönlich sind stets bestrebt, neue Betriebe hierher zu holen", versprach Walberer. Für den Bahnhof wünsche sich die Stadt unbedingt, auch "das Gebäude mit Leben zu erfüllen", nachdem das Nahziel des Erhalts der Bushaltestelle erreicht sei. Jedoch sei auch hier die Diskussion noch im Gange. Schließlich bekräftigte der Rathauschef, dass in Absprache mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl wieder ein Weihnachtsbaum aufgestellt werden solle: "Ab wann der Baum beleuchtet wird, müssen wir dem Herrn Pfarrer überlassen." Bei der vorjährigen Bürgerversammlung hatte Pfarrer Prechtl entschieden dafür plädiert, die Christbaumbeleuchtung erst an Heiligabend einzuschalten, "weil Advent nicht Weihnacht ist" und die Grenze zwischen beiden nicht verwischt werden solle.

Markus Rothballer fragte nach den Stand der Bändel-Planung und einem etwaigen Erhalt des Städel-Ensembles als Baudenkmal. Der Bürgermeister betonte, dass die Stadt unverändert interessiert sei, gemäß den wiederholt vorgestellten Plänen dieses ortsplanerisch wertvolle Innenstadtviertel "einer anderen Nutzung zuzuführen". In diesem Zusammenhang liefen die Bemühungen weiter, die Städel zu erwerben, die keinem Denkmalschutz unterlägen, und anderswo Ersatz zu schaffen.

Weg schwer zu finden

Die fehlende Wegweisung zum "Kiesibeach"-Freizeitgelände beklagte Helwig Bayer. Beim diesjährigen Jubiläumsfest des Pressather Fähnleins hätten zahlreiche Vereine und Händler dies beanstandet. Werner Walberer entgegnete, dass dieses Manko mit der bevorstehenden Umsetzung des Beschilderungskonzepts behoben werde. Anton Stopfer ärgerte sich, dass Fußgänger auf nicht wenigen Gehsteigen durch hineinwachsendes Hecken- und Sträuchergeäst behindert würden. "Die Aufrufe im Bürgerinformanten, sich hierum zu kümmern, genügen offensichtlich nicht", bemerkte Stopfer und ergänzte, dass es in Grafenwöhr üblich sei, Grundstücksbesitzer in solchen Fällen anzuschreiben. Walberer hielt fest, dass dies in Pressath ebenfalls geschehe: "Oft wird dann Abhilfe geschaffen, aber leider sind nicht alle so einsichtig." Der Bürgermeister verstand auch Stopfers Unmut über mitunter tagelang fußgängerbehindernd abgestellte Mülltonnen, doch werde die Stadt hier nie gewährleisten können, "dass sie von den Straßen verschwinden".

Jeder Fünfte über 65 Jahre

Vor den Bürgern hatte Seniorenbeauftragter Albert Butscher das Wort. Er wies auf die Altersstruktur im Ort hin - 21 Prozent der Pressather sind älter als 65 Jahre - Tendenz steigend. Ein Weg, auf die Entwicklung zu reagieren, könnte der Verein "Hand in Hand sein". Generationenübergreifende Solidarität könne den Wunsch älterer Menschen erfüllen helfen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Hierzu soll die Seniorengenossenschaft beitragen.

Die von Freistaat, Landkreis und Gemeinden des "Vierstädtedreieck"-Raums unterstützte Solidargemeinschaft verstehe sich nicht als Konkurrenz zu professionellen Dienstleistern oder ehrenamtlichen Initiativen wie den "Kleinen Diensten", betonte Butscher. Die Seniorengemeinschaft und mit ihr die Gemeinden des westlichen Kreises Neustadt seien Mitglied der Landesseniorenvertretung. Allerdings, so Albert Butscher, seien die Anliegen der Pressather Senioren auch dank der fruchtbaren Zusammenarbeit mehrerer Gemeinschaften und Einrichtungen untereinander und mit der Stadtverwaltung in guten Händen.
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