Der Bürger-Bürgermeister

Ein Bürgermeistersessel hat kein Ruhekissen: Trotzdem hat Werner Walberer ein Jahr nach seiner Wahl die Freude an seinem Amt nicht verloren. Bild: bjp
Lokales
Pressath
12.05.2015
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Viel Arbeit, aber auch viel Vergnügen. Werner Walberer hat nach seiner Wahl zum Bürgermeister genau das bekommen, was er auch erwartet hat. Und auch die Pressather sollen bekommen, was sie gewählt haben: Ein Stadtoberhaupt mit offenen Ohren für Bürgeranliegen.

Kleine Stadt - große Aufgaben: Den Chefsessel im Rathaus polstert kein Ruhekissen mit eingebautem Achtstundentag. Doch damit kann Werner Walberer leben. "Nach zwölf Jahren im Stadtrat, davon sechs Jahren als dritter Bürgermeister, und krankheitsbedingter Vertretung meines Vorgängers habe ich ja gewusst, was mich erwartet: nämlich eine ebenso reizvolle wie verantwortungsvolle Tätigkeit", blickt der Stadtchef auf seine Kandidatur vor gut einem Jahr zurück.

Ganz leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen: "Meine Arbeit als Personalratsvorsitzender beim Grafenwöhrer Ausbildungskommando JMTC war mir ans Herz gewachsen." Nach eingehender Beratung mit Ehefrau Andrea habe er aber doch den letzten Schritt gewagt. "Was meine vorherige Stelle ausgemacht hat, nämlich der Dienst für andere, ist ja auch die Hauptsache in diesem Amt", zieht Werner Walberer eine Parallele und betont: "Der Umgang mit Menschen macht mir Freude, und ich wollte von Anfang an ein Bürger-Bürgermeister für alle Generationen und Stadtteile sein."

Ernst sei ihm schon als SPD-Kandidat die Überwindung der parteipolitischen Reibereien gewesen, die jahrelang die Stadtratsarbeit überschattet hätten. Mit seinem CSU-Mitbewerber Max Schwärzer habe ein "Gentlemen's Agreement" bestanden: "Wir wollten im Wahlkampf Fairness wahren, denn das war die beste Voraussetzung, nach der Wahl gut zusammenzuarbeiten." Umso leichter sei es gefallen, in der ersten Stadtratssitzung vor einem Jahr gemeinsam ein Zeichen für die Zukunft zu setzen und zugleich einen "Herzenswunsch" Walberers zu erfüllen, indem die drei Bürgermeisterposten auf alle drei Fraktionen verteilt worden seien.

"Kollegialität im Stadtrat ist die Grundvoraussetzung, etwas zu bewegen, und das sehen und honorieren auch die Bürger", vermerkt das Stadtoberhaupt. An Aufgaben fehle es nicht: von Breitbanderschließung und Schulstandortsicherung über die Altstadtsanierung, das Herrichten der Innenstadtstraßen und die Stadtplatzplanung bis hin zum Werben um neue Betriebsansiedlungen und zur Sicherung der ärztlichen Versorgung. Mehr denn je komme es darauf an, das kleine Pressath in einer vom "demographischen Wandel" stark betroffenen Region als "Stadt für alle Generationen" zu gestalten, in der sich jeder wohlfühle.

Dementsprechend habe sich die Stadt gern am Ausbau des katholischen Kindergartens beteiligt, unterstreicht Werner Walberer. Nun wolle sie den Spielplatz beim Haus der Vereine in einen "Platz der Begegnung zwischen Alt und Jung" verwandeln. Ein "runder Tisch" aus Vertretern von Stadtrat, Verwaltung, Fischereiverein und DJK sowie weiteren interessierten Bürgern widme sich der Kiesi-Beach-Freizeitanlage, mit Blick auf den Bahnhof sei man eifrig am Ideensammeln und lote die Möglichkeiten weiterer Ortserneuerungsmaßnahmen in den Stadtteilen aus.

Den Einstieg in sein neues Amt habe sehr erleichtert, dass "das Vertrauen der Bürger von Anfang an da war", freut sich Walberer und fügt hinzu: "Vieles wäre nicht zu schaffen ohne unser intaktes Vereinsleben, den traditionell guten Draht der Stadt zu Unternehmen und Gewerbetreibenden und ohne engagierte Bürger." So habe Privatinitiative auch die Altstadtsanierung belebt: "Was Einwohner hier geleistet haben, ist so wichtig wie die aus Städtebaumitteln geförderten kommunalen Maßnahmen."
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