Der letzte Akt?

Eckhard Bodner
Lokales
Pressath
02.09.2015
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31 Jahre liegen hinter dem Kulturkreis, ob noch viele vor ihm liegen ist fraglich. Immer mehr hing bei dem Verein zuletzt an der Person Eckhard Bodner. Der will diese Last künftig nicht mehr alleine tragen.

(wüw) Am 26. September lädt der Kulturkreis zur wohl wichtigsten Generalversammlung der letzten Jahre. Vorsitzender Eckhard Bodner hofft, dass es nicht die letzte ordentliche Hauptversammlung für den Verein ist. Der Buchhändler macht aber auch deutlich, dass eine Vereinsauflösung nicht ausgeschlossen ist - wenn sich nichts ändert.

Der Verein habe rund 800 Mitglieder, 400 Einzelmitglieder und Familien erhielten in der jüngsten Vergangenheit ein Schreiben mit der Bitte um mehr Mitarbeit. "100 Schreiben kamen zurück, in einem bot ein Mitglied unter Vorbehalt seine Mithilfe an", sagt Bodner. Er hoffe, dass sich die Mitglieder die Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen, wie bisher wolle er nicht mehr weitermachen. "Ich habe 30 Jahre lang oft mein Geschäft und meine Familie hinten angestellt. Jetzt bin dabei, gesunden Egoismus zu erlernen."

Finanzielle Nöte gebe es nicht, "der Verein steht sehr gut da". Allerdings gebe es durchaus mehr Aspekte, die Bodner Motivation kosten: "Die Begegnungsstätte in Speinshart hat sich ein Monopol bei geistlichen und klassischen Konzerten gesichert." Boder möchte das nicht kritisieren: "Ich finde das gut, aber für den Kulturkreis bleiben dann eben nur die Nischen wie Jazz." Auch damit könne er leben, wenn dann die Nachfrage stimmen würde. "Wir haben uns einmal vorgenommen, Kultur für Pressath zu bieten. Heute kommt in der Regel nur mehr ein Drittel unseres Publikums aus Pressath." Er mache sich deshalb Gedanken, ob der Kulturkreis noch gebraucht wird. "Vielleicht haben wir uns nach 31 Jahren ja einfach überlebt."

Völlig zurückziehen möchte Bodner sich nicht, er schließt nicht einmal aus, den Posten des Vorsitzenden weiter zu besetzen. Allerdings werde er dies nicht mehr länger als Alleinunterhalter machen. Es ist Bodner wichtig, zu betonen, dass er sehr wohl Mitstreiter und Helfer habe. "Wir haben natürlich fleißige Leute." Allerdings bleibe die "kreative Arbeit" vom Programm gestalten bis zum Plakat entwerfen an ihm hängen.

Hier könnten sich Leute wie Joachim Steppert und Richard Waldmann einbringen, solche Verknüpfungen seien ideal. "Aber ich weiß natürlich, dass gerade diese beiden schon jetzt extrem belastet sind." Bodner setzt deshalb auf einen Appell an Pressath und an die Mitglieder. Wer den Kulturkreis in der Stadt halten möchte, der habe jetzt die Gelegenheit. Für Bodner wird der 26. September die Zukunft weisen. "Wenn die Angst vor einem Posten die Mitglieder abhält, zur Versammlung zu kommen, dann weiß ich Bescheid."
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