Dörfer überholen die Stadt

Das Regensburger Planungsbüro IKT ebnete der Stadt Pressath den Weg auf die Datenautobahn. Manfred Gebhardt erklärte, womit die Internetsurfer zwischen Zintlhammer und Herzogspitz in einem Jahr rechnen dürfen. Bild: bjp
Lokales
Pressath
02.11.2015
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Bei der Bürgerversammlung in Pressath stellte die Telekom Details zum Breitbandausbau vor. Der dürfte für bald für neidische Blicke von der Stadt in Richtung der Dörfer sorgen.

Schnelle Strippe statt langer Leitung: Der Kooperationsvertrag mit der Telekom ist unterschrieben, spätestens Oktober 2016 soll die "chronische Datenverstopfung" in vielen Ortsteilen enden (wir berichteten). Bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Pfarrsaal skizzierte Manfred Gebhardt vom Regensburger Planungsbüro IK-T den Verlauf der seit April 2013 laufenden Vorbereitungen für die Breitbanderschließung.

Bis zu 200 Megabit

Von der und dem bis 2018 laufenden Breitbandförderprogramm der Staatsregierung profitieren vor allem die Ortsteile, aber auch Gewerbegebiet West, Industriegebiet Döllnitz und ein Terrain zwischen Kiesi-Beach und Kahrmühle. In der Regel werde die Netzleistung durch sogenannte "Kabelverzweiger" verstärkt, die per Glasfaserkabel an die Hauptvermittlungsstelle angeschlossen würden. Zwischen "Verzweigern" und Hausanschlüssen bleibe es aus Kostengründen vorläufig bei den traditionellen Kupferkabeln, die erst später in einem "zweiten Schritt" durch Glasfaserleitungen ersetzt würden.

"Diese VDSL-Netztechnik gewährleistet 50 Megabit pro Sekunde im Umkreis von etwa 100 Metern um den Kabelverzweiger, in rund 400 Metern Entfernung sind es noch 30 und in zirka 900 Metern Distanz noch 20 Megabit", erläuterte Manfred Gebhardt. Aus technischen Gründen sei indes beabsichtigt, einzelne Stadtteile schon jetzt "voll", also einschließlich der Grundstücksanschlussleitungen, glasfaserzuverkabeln, wobei diese lokalen Glasfasernetze von nahen Hochleistungsleitungen aus versorgt werden könnten.

Insbesondere für den Raum Friedersreuth/Herzogspitz biete sich diese "FTTB"-Technik (Fibre to the building = Glasfaserkabel bis vors Haus) an: "Um die verstreuten Weiler mit mindestens 30 Megabit zu erschließen, wären viele Kabelverzweiger für relativ wenige Einwohner nötig. Ein Kabelverzweiger kostet aber etwa 50 000 Euro. Im Vergleich damit kommt die Glasfaserverkabelung günstiger und erlaubt sogar schon Kapazitäten von 100 bis 200 Megabit pro Sekunde." Weitere hierfür vorgesehene Bereiche seien Hessenreuth, Pfaffenreuth und das Kahrmühlgebiet.

Umrüstung möglich

Wer in den genannten Ortsteilen auf eine Umstellung seines Hausanschlusses auf Glasfaser keinen Wert lege, werde dazu nicht gezwungen: "In solchen Fällen wird das Glasfaserkabel nur bis zur Grundstücksgrenze verlegt. Eine spätere Umrüstung des Hausanschlusses ist jederzeit möglich, käme allerdings teurer als eine schon im Zuge der nun anstehenden Breitbanderschließung erfolgende Umrüstung." Die Telekom werde die Einwohner der für FTTB vorgesehenen Gebiete frühzeitig informieren und ihnen ausreichend Bedenkzeit einräumen, kündigte der Referent an.
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