Dynamisch, damisch, stubenrein

Lokales
Pressath
17.10.2015
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Grad lustig ging es zu beim Oktoberfest im Pressather Seniorenheim. Zwei Oberpfälzer Entertainer ließen kein Auge trocken.

Seinen Namen verdankt das musikalische Zweigespann einem Zeitungsbericht, sein Repertoire der in Generationen gewachsenen bayerischen Volks- und Wirtshausliedtradition: Wenn Albin Zeitler und Ingrid Krämer als "D(yn)amisches Duo" ihre "Liedln" anstimmen, wollen sie nicht nur unterhalten, sondern auch "missionieren". "Uns liegt viel daran, unser Volksliedgut vor dem Vergessen zu bewahren", unterstrich Zeitler beim Oktoberfest des Pressather Sankt-Josef-Seniorenheims.

"Wir singen und spielen nicht für Kommerz und Profit, sondern damits Ihnen a Freid macht - und wenn's so ist, dann haben auch wir a Freid an unserem Spiel", gaben der Kastler und seine Musikpartnerin aus Weidenberg die Devise für den fröhlichen Nachmittag aus. "A Freid" hatten die Heimbewohner fraglos: Mit großem Vergnügen klatschten und sangen sie mit, als die beiden "Spielleute" altvertraute Weisen wie "A Rindvieh", "Aber schön muss sie sein", "Da Bandlwurm" oder das Hohelied des oberpfälzischen Zwielauts "Mei Knèi doud ma wèi" anstimmten.

Nicht fehlen durften Kostproben derb oder frivol angehauchter "Gsangl", die die Musikanten mit augenzwinkernder Rücksicht auf Stadtpfarrer Edmund Prechtl "behutsam stubenrein gemacht" hatten. "Immerhin war ich mal Oberministrant und weiß, was sich schickt", flachste Zeitler. Für Heiterkeit sorgte auch ein alter Spottvers auf die "Zintlhammerer Lumpa". Zum Schmunzeln regte nicht zuletzt das selbstironische Eingangslied "Das dynamisch-damische Duo" an, das im Stil von Fredl Fesls "Preißnjodler" den Mundartstrophen hochdeutsche "Übersetzungen" gegenüberstellt.

Dass dabei aus der "zünftigen Musi" eine "hochqualifizierte Musik" und aus "greislichen" gar "fantastische" Lieder wurden, amüsierte insbesondere Vera Asberger: Die seit Kurzem zum Altenheimteam gehörende "Migrantin" aus Westfalen legte mit dem verschmitzt-charmant vorgetragenen "Münchner im Himmel" eine Station auf dem Weg zur "Einbürgerung in Bayern" zurück. Zur Begleitung von Ingrid Krämer und Albin Zeitler sang Mitarbeiterin Annemarie Kneidl "tierische Schnaderhüpfl" wie den erfahrungssatten Vers über die Münchner "Wiesn", wo es "Ochsen grad gnou" gebe: "Déi einen werdn braten,/déi andern schaun zou."

Das Tüpfelchen auf dem i setzten Gerontofachkraft Cäcilia Sänze mit dem "Biergebet" als Festauftakt ("Vergib uns unsere Schulden und bewahre uns vor der Versuchung, nach Hause zu gehen") und Annemarie Kneidl, die die geselligen Stunden mit dem bekannten "Abendgebet der Betrunkenen" beschloss: "Vater, lass den Kater mein bitte nicht zu heftig sein." Für das gelungene Programm dankte Heimleiterin Christine Tschauner allen Mitwirkenden mit einem herzlichen "Vergelts Gott".
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