Eine Jahrhundert-Fahne

Josef Neuber (rechts) und Barbara Zankl (Dritte von rechts) freuten sich über eine prächtige Neuerwerbung der Pressather Kolpingfamilie. Die drei Vorstände Bernhard Riedl, Toni Waldmann und Helmut Langhammer (von links) übergaben im Museum die Fahne des Katholischen Gesellenvereins, die das Kloster Michelfeld im Jahre 1900 gefertigt hat. Bild: nn
Lokales
Pressath
16.04.2015
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Ein neues Schmuckstück fürs Pressather Heimatmuseum: Die Kolpingfamilie spendete das Stück Geschichte aus Stoff.

Das Haus der Heimat ist um ein attraktives Schmuckstück reicher. Die drei Kolpingvorstände Helmut Langhammer, Toni Waldmann und Bernhard Riedl überraschten den Vorsitzenden des Heimatpflegebundes, Josef Neuber, und die Mitarbeiterin Barbara Zankl mit einer einmaligen Gabe: die 115 Jahre alte Fahne des früheren Katholischen Gesellenvereins. Die etwa 1,50 mal 1,50 Meter große Fahne lag die letzten Jahre auf dem Dachboden der Sakristei. Trotzdem ist ihr Zustand erstaunlich gut.

Entstanden ist das Schmuckstück im Kloster Michelfeld im Auftrag des Vereins, den Gesellen und Bürgersöhne am 24. Juni 1897 im Saal der Witwe Margareth Fuchs ins Leben gerufen haben. Am 27. Mai 1900 war Fahnenweihe. Eingerahmt vom Schriftzug "Pressather Gesellen - Verein" zeigt die Vorderseite ein ungewöhnliches Pressath-Wappen. Ein in gelber Farbe gehaltener Löwe hält ein großes P in seinen Pranken.

Darunter prangt die Jahreszahl 1900. An den vier Ecken zeigten aufgenähte Medaillons weiß-blaue Rauten-Muster. Bei der Wiedergründung und dann Umbenennung nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Fahne den Schriftzug "Kolpingfamilie 1953".

Während die Vorderseite blau gefärbt ist, trägt sie auf der Rückseite einen beigen Farbton. In großen Buchstaben ist hier zu lesen: "Gott segne das ehrsame Handwerk". Hier sind an den vier Ecken Wertbegriffe für die damaligen Mitglieder zu lesen: "Arbeit und Fleiß", "Eintracht und Liebe", "Frohsinn und Scherz", "Religion und Tugend". Schließlich zieren das kostbare Stück vier Fahnenbänder. Gewidmet sind sie dem Patenverein von den katholischen Burschenvereinen Eschenbach 1906, Kirchenlaibach 1909 und Dießfurt 1923. Vom 1000. Ortsjubiläum im Jahre 1955 stammt ein viertes Band.

Vorsitzender Josef Neuber und Mitarbeiterin Barbara Zankl dankten der Kolpingfamilie für die Überlassung der Fahne und versprachen, ihr einen würdigen Platz im Museum zu geben. Zugleich wiesen sie darauf hin, dass das Museum eine Ausstellung mit Bildern von Pressath aus der Vogelperspektive vorbereitet. Ferner bittet der Verein, alte Ausstellungsstücke, die einen Bezug zu Pressath haben, dem Museum zur Verfügung zu stellen.
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