Emmauswanderung nach Hause

Lokales
Pressath
12.04.2015
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Nicht nur wegen seiner Straße wird Pfarrer Ludwig Bock in Pressath unvergessen bleiben. Seine baulichen und seine seelsorgerischen Leistungen haben sich im kollektiven Pressather Gedächtnis verewigt. Das zeigte die Beerdigung und auch das anschließende Beisammensein im Pfarrsaal am Freitag.

"Pfarrer Ludwig Bock war ein großartiger Baumeister. Er war sich für keine Arbeit zu schade." Burkhardsreuths Pfarrer Werner Kaspindalin hob in der Predigt beim knapp zweistündigen Requiem in der voll besetzten Stadtpfarrkirche (wir berichteten) hervor, dass der Verstorbene kein Pfarrer wie jeder andere war.

Eingangs hatte Weihbischof Reinhard Pappenberger Bezug auf die Emmauserzählung aus dem Lukas-Evangelium genommen. Am Ostermontag, als die Geschichte der Begegnung der beiden Jünger mit dem auferstandenen Jesus in der Kirche vorgetragen wurde, habe der Auferstandene Pfarrer Ludwig Bock heimgeholt.

Bock war 1976 auf Bitten des damaligen Bischofs Rudolf Graber nach Pressath gekommen. Ihm schien es seinerzeit, dass er der geeignetste Priester sei. Generalvikar Fritz Morgenschweis soll schon damals über das schwere Erbe in Pressath gesagt haben: "Das schafft doch nur ein Bock." Pfarrer Kaspindalin erinnerte auch an einige Zitate des Verstorbenen, die heute beinahe schon geflügelte Worte sind: "Merkt's euch, die gar so Frommen sind in Wirklichkeit oft nicht so fromm." Neben der nach außen sichtbaren Tätigkeit als Planer, Bauherr und Bauarbeiter sei Bock auch ein begnadeter Forscher und Chronist gewesen. "Er lebte von alten Schriftstücken, die er sogar mit auf Urlaubsreise nahm. Die Geschichte des Pfarrers Pulling kennt jeder in der Pfarrei", so Kaspindalin. Am Schluss des Gottesdienstes gingen die 31 Geistlichen mit rund 50 Ministranten, den Angehörigen des Verstorbenen, Vertretern der Politik und kirchlicher Gremien sowie den Gottesdienstbesuchern aus der Pfarrkirche, um sich zum Trauerzug aufzustellen. Begleitet von den Pressather Musikanten setzte sich der Zug in Bewegung . "Für meine Ministranten", wie Bock gerne zu seinen Messdienern zu sagen pflegte, war es selbstverständlich, den Sarg zu tragen. Je drei Ministranten nahmen links und rechts Aufstellung. Mit bewegender Trauermusik der Pressather Musikanten nahm die Trauergemeinde am offenen Grab Abschied. Die Priester stimmten im Anschluss das "Salve regina" an. Im Sinne des Verstorbenen folgten rund 150 Trauergäste der Einladung Pfarrer Bocks Neffen, Günter Bock, zum Umtrunk in den Pfarrsaal.
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