Energiecoaching für die Verwaltungsgemeinschaft Pressath mit Experten Matthias Rösch im ...
Energiewende beginnt am Feuerwehrhaus

Über Energiesparen und erneuerbare Energiequellen sprach Matthias Rösch vom Energietechnologischen Zentrum Weiden im Pressather Pfarrsaal. Bild: bjp
Lokales
Pressath
27.03.2015
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"Energiesparen - unsere beste Energiequelle": Mit diesem Slogan warb die Bundesregierung schon in den 1980ern für einen vorausschauenden und verantwortungsbewussten Einsatz von Strom und Öl, Gas und Kohle. Und es gilt auch heute beim "Energiecoaching für Gemeinden".

Was es damit auf sich hat, veranschaulichte Matthias Rösch beim Infoabend zum Thema "Energieeinsparung und erneuerbare Energien" für die ganze Verwaltungsgemeinschaft im Pfarrsaal. Der Diplomingenieur leitet das Energietechnologische Zentrum (ETZ) in Weiden, das als regionale Energieagentur das "Energiecoaching" übernimmt. Eine "neutrale und kostenlose Erstberatung" zu Fragen des Energiesparens biete die Agentur den Kommunen.

Die drei Gemeinden hätten entschieden, als Einstieg je ein Gebäude auf Energieeffizienz untersuchen zu lassen. In Pressath sei dies das Feuerwehrhaus, in Schwarzenbach das Gemeindezentrum und in Trabitz der katholische Kindergarten. Doch auch Unternehmen und Privatpersonen könnten sich beraten lassen, zu Fragen der "energetischen Sanierung" oder des Umstiegs auf regenerative Energiequellen.

Für derlei Maßnahmen gewährten das Marktanreizprogramm des Bundes und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Darlehen und Zuschüsse für Hauseigentümer und Unternehmer, ließ Matthias Rösch wissen. Dies gelte etwa auch, wenn gemäß der Energieeinsparverordnung ein über 30 Jahre alter Öl- oder Gasheizkessel ausgetauscht werden müsse. Energiewirtschaftlich sei dies sinnvoll, denn der Wirkungsgrad von Heizungsanlagen aus der Zeit vor 1990 liege um ein Drittel unter heutigen Anlagen, die den Energiegehalt der Brennstoffe zu mehr als 98 Prozent in Heizenergie umwandelten.

Ferner gab der Referent Fingerzeige fürs tägliche Energiesparen. Beim Hausgeräteneukauf sei es ratsam, auf die Energieeffizienzklasse zu achten: "Ein Gerät der Klasse A+++ verbraucht 70 Prozent weniger als eines der Klasse A." Leidige Stromfresser seien Geräte im Standbybetrieb. So vergeude die LED-Digitaluhr eines Mikrowellenherds im Dauer-Bereitschaftsbetrieb mehr als 40 Kilowattstunden pro Jahr: "Das ist fast doppelt so viel, wie das Gerät verbraucht, wenn man es fünf Minuten pro Tag einschaltet." Pro Haushalt und Jahr könnten sich solche Verluste auf 500 Kilowattstunden summieren.

Überrascht vernahmen die Besucher, dass alle Anlagen, die in der Oberpfalz Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Wasser, Sonne, Biomasse oder Erdwärme gewinnen, bereits mehr als 900 000 Haushalte versorgen könnten. Bundesweit werde erst ein Viertel, in Bayern immerhin ein Drittel des Strombedarfs regenerativ gedeckt. Der Freistaat strebe an, diesen Anteil bis 2021 auf 50 Prozent zu erhöhen. Dann sollen "alternative" Ressourcen auch 20 Prozent des bayerischen Gesamt-Verbrauchs abdecken; zurzeit seien es 18, bundesweit zwölf Prozent.
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