Eschenbacher Tierärztin gibt Tipps für Haustierhalter
Silvester kein Hundstag

Ob die 13-jährige Hündin Cindy schon ahnt, was ihr an Silvester wieder blüht? (Bild: idu)
Lokales
Pressath
30.12.2014
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Keinen guten Start ins neue Jahr erleben regelmäßig Katzen und Hunde. Das freudige Feuerwerk traumatisiert die Tiere. Und Tierfreunde stellen fest, es wird jedes Jahr ein wenig schlimmer.

Von wegen Party, Spaß und gute Vorsätze: Hundebesitzer verbinden mit Silvester vor allem einen negativen Ausnahmezustand. Das Feuerwerk am letzten Tag im Jahr bedeutet für ihre Tiere oft die Hölle. Das bestätigt Tierärztin Anja Wolfram. Die Eschenbacherin praktiziert in Pfreimd.

"Hunde haben ein viel feineres Gehör als Menschen", weiß Wolfram. Dadurch wirke der Krach auf sie viel extremer und lauter. Dazu komme, dass sie sich das Geräusch-Inferno nicht erklären können, sie wissen schließlich nichts von einem neuen Jahr, das mit Krach und spektakulären Lichteffekten begrüßt werden soll. Viele Hunde sind tagelang traumatisiert, verstecken sich, wenn sie nicht schon während des Krachs die Flucht ergreifen. Auch viele Katzen und Vögel reagieren verängstigt.

In Pichlberg lebt zum Beispiel Cindy. Die Hündin ist inzwischen 13 Jahre alt, aber an den Krach hat sie sich bis heute nicht gewöhnt. "Sie spinnt auch Tage nach Silvester rum, verweigert das Futter", sagt ihr Herrchen. Ähnlich verhält sich Max, ein achtjähriger Labrador-Mix. Er verkriech sich regelmäßig völlig panisch im Keller. Wolfram kennt auch Geschichten von Katzen, die nicht mehr nach draußen gehen und nur noch schreien. Auch viele Pferde erschrecken dauerhaft. Allerdings gebe es durchaus auch Tiere, die recht gut mit dem Lärm klar kommen. "Nicht alle Hunde oder Katzen sind gleich."

Kein Problem für Kühe

Erfahrungsgemäß sehr gut mit dem Feuerwerk zurecht kommen Kühe und Schweine. Ein Jäger aus der Region berichtet zudem, dass im westlichen Landkreis Neustadt/WN die Wildtiere im Vergleich zu anderen Revieren recht tolerant dem Lärm gegenüber sind - dem Schießlärm auf dem Truppenübungsplatz sei Dank. Durch den sind sie an Knallgeräusche gewohnt

Aber auch rund um Grafenwöhr leiden viele Tiere zu Silvester. Und ihre Leidenszeit wird in jedem Jahr ein wenig länger, weil auch die Kracherei immer länger dauert. War das Feuerwerk einst auf die zwanzig Minuten nach Mitternacht beschränkt, beginnt das Knallen nun schon Tage vor Silvester und steigert sich immer mehr dem Höhepunkt entgegen.

Zumindest vor diesem Höhepunkt können Herrchen oder Frauchen ihren Schützling bewahren. "Beim Tierarzt gibt es gut verträgliche Beruhigungsmittel. Wenn man sie seinem Hund rechtzeitig verabreicht, verschläft er die Knallerei."

Kein Zeigefinger

Dennoch würde sich die Tierärztin wie viele Tierfreunde auch von den Feiernden etwas mehr Entgegenkommen wünschen. Es gehe nicht darum den Zeigefinger zu erheben, es gehe um Verständnis. Wenn alle, die auf ein Feuerwerk nicht verzichten möchten, sich zumindest auf die Zeit um Mitternacht beschränken würden, dann bliebe den Haustieren in der Region eine Menge Leid erspart.
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