Fehler und ihre positiven Seiten

Daumen hoch für Pressath: Schwester Teresa mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl. Bild: is
Lokales
Pressath
30.09.2014
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Die Besucher hatten sich im Pfarrsaal ein besonderes Erlebnis versprochen und Schwester Teresa Zukic enttäuschte niemanden. Enttäuscht waren lediglich die Veranstalter, dass im Saal einige Plätze leer blieben.

Knapp 70 Minuten bot die Nonne in Pressath Ratschläge für ein gelingendes Leben, immer wieder aufgelockert mit lustigen Anekdoten. Denn: "Humor ist Medizin, er stärkt unser Herz". Frauenbund-Vorsitzende Juliane Severin dankte eingangs Stadtpfarrer Edmund Prechtl für die Überlassung des Pfarrsaals und Cilla Helm, die den Saal herbstlich dekoriert hatte.

Im Vortrag ging es dann um den "befreienden Umgang mit Fehlern". "In der heutigen Gesellschaft werden Fehler verteufelt", begann die Nonne, dabei seien sie ein alltäglicher Teil des Lebens. Fehler helfen, sich weiterzuentwickeln. "Nur wer auf dem Friedhof liegt, macht keine Fehler mehr." Wenn etwas nicht funktioniert, werde nach einem Schuldigen gesucht, der den Fehler gemacht hat. "Dies ist in Deutschland weit verbreitert und macht aus uns ein Volk von Jammerern und Fehlersuchern." Dies mache es um so schwerer, mit Fehlern umzugehen, auch mit den eigenen. "Wer perfekt sein will und seine Fehler nicht erkennt, macht sich und anderen das Leben schwer".

Schwester Teresa hat dagegen einen einfachen Rat: "Vergeben und Verzeihen." Oft merken es Menschen gar nicht, wenn sie andere kränken. Gerade Menschen, die am meisten kritisieren, seien oft nur neidisch. "Neid ist in Deutschland die weitest verbreitete Form der Anerkennung." Diese Erfahrung habe sie selbst schon machen müssen, eine Nonne die Skateboard fährt, im Fernsehen auftritt, ab und zu ein Weißbier trinkt, passt vielen nicht. Schwester Teresa Zukic schaffte es an diesem Abend mit einem Mix aus Theologie, Lebenspraxis und Poesie, die Besucher zu fesseln.
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