Fest für "heiligen Strauch"

Mit blühenden Holunderzweigen war auch der Tisch des Altenheimchors beim Holunderfest des Pressather Seniorenheims geschmückt. Bild: bjp
Lokales
Pressath
15.06.2015
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Ein Hoch dem Holler: Im Pressather Seniorenheim steht der Holunder hoch im Kurs. So hoch, dass die Bewohner dem Strauch ein eigenes Fest widmen.

Als "holun tar", den heiligen Strauch der Schutzgöttin "Frau Holle", schätzten die Germanen den Holunder im Altertum. Bis heute vertrauen viele auf seine Heilkraft gegen unzählige Gebrechen von der Erkältung bis zu Schwangerschaftsbeschwerden. Einst galt ein "Hollerbusch" beim Haus sogar als Glücksbringer, der vor Feuer, Blitzeinschlag, Krankheit und "bösen Geistern" schützt und vor dem man deshalb ehrfürchtig den Hut zog.

An dieses Brauchtum erinnerte Heimleiterin Christine Tschauner beim traditionellen Holunderblütenfest des katholischen Seniorenheims Sankt Josef mit zwei Gedichten von Gabriela Bredehorn und Kurt Hoffmann. Passend dazu hatten die Altendorfer Familie Bayer und Heimmitarbeiterin Brigitte Schupfner blütengeschmückte, wohlduftende Holunderzweige zusammengetragen, mit denen die Tische des Gemeinschaftsraums dekoriert waren. Zum Kaffee servierte das Personal ofenfrische Holunder- und Apfelküchln.

Den musikalischen Rahmen setzte der von Günter Hösl mit dem Akkordeon begleitete Seniorenheimchor. Zu Weisen wie "Jetzt kommen die lustigen Tage" oder "Das klinget so herrlich" sangen die Bewohner gern mit. Nur eines bedauerte Christine Tschauner: "Ich hatte Holunderkönigin Teresa Nickl zu unserem Fest eingeladen, aber ihr Beruf und die vielen Termine haben ihr einen Besuch unmöglich gemacht." Vielleicht, so die Direktorin, klappe es zum Holunderbeerenfest im Herbst. Zuvor werden Senioren und Heimpersonal am 14. Juli ein Sommerfest feiern.
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