Frischzellenkur für Fassade

Aufmerksam verfolgten Bürgermeister Werner Walberer und Verwaltungsleiter Bruno Münster (von rechts) die Erläuterungen von Architekt Günther Lenk (links) zum Sanierungskonzept für das Haus der Vereine. Bild: bjp
Lokales
Pressath
19.11.2015
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Am Pressather Vereinsheim tut sich was. Architekt Günther Lenk präsentierte einen Plan für die Sanierung. Beim Termin blieb er im Stadtrat allerdings vage.

Eine Generalrenovierung des Bürgermeister-Hans-Ficker-Vereinsheims kommt aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht in Betracht. Doch bei einer bloßen Brandschutzsanierung will es der Stadtrat gleichfalls nicht bewenden lassen. Einstimmig beschloss das Gremium, das Gebäude auch mit einem barrierefreien rückwärtigen Zugang und einer behindertengerechten Toilette im Erdgeschoss neben dem LBV-Raum zu versehen. Obendrein votierte es für Reparaturen an der Fassade.

Die Stadtverantwortlichen und Architekt Günther Lenk aus Eschenbach, dessen Büro das Sanierungskonzept ausarbeitete, waren sich einig, dass eine behindertengerechte Ausstattung heutzutage Standard für ein öffentliches Gebäude sein sollte. Zudem hatte Lenk die ernsten Altersschäden an der "Außenhaut" des über 70 Jahre alten Vereinshauses bildlich dokumentiert: "Wer an der Sanierungsbedürftigkeit zweifelt, sollte einmal eine Viertelstunde für einen aufmerksamen Gang um das Gebäude aufwenden."

Bürgermeister Werner Walberer informierte die Räte, dass zu den Kosten von rund 250 000 Euro für die unumgängliche Brandsicherheitssanierung weitere 50 000 Euro für barrierefreie Eingangstür und Toilette sowie 200 000 Euro für die Fassadenreparatur kämen: "Allerdings können wir für diese zusätzlichen Aufwendungen mit einem 60-prozentigen Zuschuss aus der Städtebauförderung rechnen." Demgegenüber gebe es für die Feuerschutzoptimierung keine Fördergelder, wie die Regierung der Oberpfalz leider erneut klargestellt habe.

Mit Blick auf dieses Herzstück der Sanierung, die die Stadt baldmöglichst in Angriff nehmen will, bestätigte Günther Lenk das von seiner Mitarbeiterin Erna Schilling im August präsentierte Vorkonzept (wir berichteten). Ober- und Dachgeschoss erhalten hiernach den vom Landratsamt geforderten zweiten Rettungsweg in Gestalt einer Stahltreppe an der Gebäuderückseite. Das Treppenhaus wird rauchsicher abgeschottet. Einschneidende Änderungen an der Bausubstanz müssten nicht vorgenommen werden, betonte Lenk. Doch müssten die Toilette im Dachgeschoss beseitigt und kleine Teile der Vereinsräume von Brieftaubenzüchtern und Wanderfreunden abgetrennt werden, um stets freie Notfalldurchgänge zur Außentreppe zu schaffen.

Lenk und Walberer betonten, dass man sich auf die sicherheitstechnisch nötigsten Maßnahmen und ein Minimum an Einschnitten für die Vereine beschränken wolle. Gleichwohl äußerten die "Wanderfreunde" Vorbehalte gegen die Abtrennung einer Ecke ihres Vereinszimmers, die dessen Nutzbarkeit beeinträchtige. Architekt Lenk sagte zu, über eine Alternativlösung nachzudenken, doch werde es ohne einen Kompromiss nicht abgehen: "Irgendeinen Tod werden wir sterben müssen."

Das im Dachgeschoss entfallende WC könnte in einen Abstellraum an der Gebäudenordseite verlegt werden, das Schützenheim ein zusätzliches Dachfenster erhalten, meinte Lenk. Auch eine direkte Nottür vom Schießraum der Schützengesellschaft zum Rettungsweg sei ratsam: "Diese Tür könnte natürlich nur vom Schießraum aus geöffnet werden." Bürgermeister Walberer begrüßte das Konzept: "Nach alledem werden wir ein Haus haben, das wir beruhigt an die nächste Generation weitergeben können." Nicht erforderlich sei für dieses Gebäude eine durchgreifende energetische Optimierung, eine Zentralheizung werde nicht eingebaut.
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