Genau im Durchschnitt

Mit der Schaufel braucht Bauhofleiter Herbert Müller (links) das Streufahrzeug nicht mehr beladen. Ein Radlader steht zur Verfügung. Er und Immenreuths Bürgermeister Heinz Lorenz sehen die Gemeinde für den Rest des Winters ausreichend versorgt. Bild: bkr
Lokales
Pressath
20.02.2015
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Lange sah es nach einem Totalausfall aus, zu den Feiertagen wurde es dann doch stressig. Alles in allem hat und haben die Bauhöfe der Region den Winter im Griff. Ohne Beschwerden ging die Saison aber natürlich nicht vorbei.

(bkr/wüw) Wie vieles ist auch der Winter relativ: Im Vergleich zum letzten, ist der laufende geradezu sibirisch. Tatsächlich liegen die kalten Monate aber ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahre. So sehen das die Winterdienst-Verantwortlichen in der Region. Der Pressather Bauhof steuert zum Beispiel auf einen Salzverbrauch von 100 Tonnen für diese Saison zu. "Das liegt ziemlich genau im Durchschnitt", sagt Josef Zitzmann vom Bauamt der Stadt.

Auch Neusorgs Bürgermeister Peter König geht davon aus, dass die Kalkulation für diese Saison ziemlich richtig liegt. "Wir sind von einem Verbrauch von 200 Tonnen für die Gemeinden Neusorg und Pullenreuth ausgegangen", rechnet König vor. "Der Winter ist ja noch nicht vorbei, aber es ist absehbar, dass der tatsächliche Bedarf nahe an diesem Wert liegen wird." Auch am Immenreuther Bauhof gibt es ähnliche Antworten, nur etwas genauer. In diesem Winter wurden bislang 45 Tonnen verbraucht. Nach Auskunft von Bauhofleiter Herbert Müller pendelt der jährliche Verbrauch zwischen 50 und 70 Tonnen. 25 Tonnen sind noch eingelagert. "Die reichen auf jeden Fall", sagt Müller.

Nicht ganz ohne Probleme

Auch wenn die Streusalz-Saison insgesamt unspektakulär verlief, völlig ohne Probleme sei sie nicht abgegangen. "Wir haben relativ lange gewartet bis es los ging", erklärt Zitzmann. Als Schnee und Eis dann kurz nach Weihnachten kamen, wurde es für ein zwei Wochen schon recht heftig. Die Mitarbeiter vom Bauhof seien in dieser Zeit vorübergehend schon an die Belastungsgrenze gestoßen. Neben dem Wetter mache es auch die Bürokratie den Räumdiensten schwer: Die meisten Räumfahrzeuge müssen doppelt besetzt sein, den Fahrern muss ein Beifahrer als Einweiser zur Seite stehen. Es gehe dabei darum, dass der Pflug am Gefährt dem Fahrer die Sicht einschränkt. Gerade zu heftigen Stoßzeiten sei es schwer diese doppelte Besetzung und die nötigen Pausenzeiten einzuhalten.

Während die Arbeitskraft teilweise fast knapp wurde, Arbeitsmaterial hatten die städtischen Arbeiter immer genug. Im Winter 2010/2011 kämpften die Bauhöfe mit große Schwierigkeiten, während des Winters den Bestand wieder aufzufüllen. Teilweise mussten die Bauhöfe damals Salz mit Split strecken. Flache Strecken wurden über mehrere Wochen gar nicht mehr geräumt. "Das hat in diesem Jahr hervorragend funktioniert. Es gab keinerlei Engpässe", sagt Zitzmann. Lediglich zwischen den Feiertagen habe es Wartezeiten gegeben.

Glücklich macht Zitzmann außerdem, dass alles ohne Zwischenfälle abgelaufen ist. "Es gab keine Unfälle", bilanziert der Pressather. Die Stadt setzt vor allem in den Ortsteilen auch privaten Dienstleister ein. Auch hier habe es in diesem Jahr keine größeren Probleme gegeben.

Bürger beschweren sich

Dass der Winterdienst völlig beschwerdefrei über die Bühne geht, davon haben sich die Verantwortlichen längst verabschiedet: "Allen recht machen können wir es nicht." Ist der Winterdienst unterwegs, gibt es Beschwerden über die langsamen Räumfahrzeuge, die alles blockieren, fahren sie nicht, störten die glatten Straßen. Und natürlich räumt der Schneepflug die Einfahrt immer genau dann zu, wenn man gerade mit dem Schneeschaufeln fertig ist.
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