Glück sticht Geld aus

And the Oscar goes to: Sylvia Eibl (Mitte). Innerhalb eines Jahres absolvierte die Rettungsdiensthelferin fast das komplette Kurspensum. BRK-Bereitschaftsleiter Thomas Rauch und Stellvertreterin Andrea Fürst gratulierten ihr zu dieser Leistung. Bild: bjp
Lokales
Pressath
24.01.2015
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Diese Bilanz muss dankbar machen. Pressaths Rotes Kreuz blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Reich an Arbeit für andere.

"Ehrenamt: kostenlos, doch nie umsonst." So ein flotter Slogan ist leicht dahingesagt - fast zu leicht, um zum Nachdenken zu zwingen. Darüber nämlich, welche Geldbeträge die Gesellschaft aufbringen müsste, wenn es beispielsweise in Pressath keine ehrenamtlichen Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) gäbe. Eine kleine Rechenstunde der besonderen Art gab Thomas Rauch bei der Jahresauftaktfeier der Rotkreuzgruppen im Kolpingheim.

11 827 Dienststunden und damit das Pensum von sieben Vollzeit-Arbeitskräften hätten die Mitarbeiter der BRK-Bereitschaft und der "Helfer vor Ort" 2014 geleistet: "Wäre diese Zeit nur mit dem gesetzlichen Mindestlohn vergütet worden, käme man auf 100 529,50 Euro." Doch für Rauch und seine Mitstreiter steht außer Frage, dass sich der Wert ihres Ehrendienstes nicht in entgangenem Lohn, sondern in gelindertem Leid misst: "Die Glücklichsten unter uns werden jene sein, die den Weg zum Dienst an anderen gesucht und gefunden haben", zitierte er Albert Schweitzer.

Ungebrochen ist der Ehrgeiz, besser zu werden: So trafen die "Helfer vor Ort" (HvO) bei 333 Hilfseinsätzen (2013: 261) im Schnitt sechs Minuten vor den hauptamtlichen Rettern am Einsatzort ein und waren so eine halbe Minute schneller als 2013. 339 Patienten (2013: 280) hätten die HvO bei mobilen Einsätzen versorgt, bilanzierte HvO-Leiter Florian Eibl. Dass dieser Dienst die neun ehrenamtlichen "Sanis" rund um die Uhr fordert, zeigte eine Statistik: 64 Einsätze entfielen auf die "stillen" Stunden zwischen null und sechs Uhr.

Viel zu tun gab es auch für die BRK-Bereitschaft im Sanitätsdienst: Sie absolvierte 4 650 Ausbildungs- und Dienststunden (2013: 2 954), wovon 53 Einsatzstunden auf die Schnelleinsatzgruppe "Betreuungsdienst" entfielen. Diese erst 2012 gegründete, aus 16 Mitgliedern bestehende Spezialabteilung leistet humanitäre Hilfe bei Großschadensereignissen. Fortbildung wurde wieder groß geschrieben, so dass sich Katharina Bäumler, Leah-Maria Larsen, Johannes Rauch und Jasmin Sieber zu Sanitätern, Isabella Bäuml und Sylvia Eibl zu Rettungsdiensthelferinnen qualifizierten.

Für Sylvia Eibl hatte Thomas Rauch einen "Oscar" parat: Sie hatte von November 2013 bis November 2014 "fast alle angebotenen Lehrgänge vom Einführungsseminar bis zur Rettungsdiensthelfer-Qualifikation" mit 275 Unterrichtsstunden belegt. Zufrieden war die Rotkreuzgruppe mit dem Besuch ihrer vier Blutspendetermine. 500 Spender (2013: 451), darunter 32 Erstspender (2013: 14), hätten sich "anzapfen" lassen, informierte Thomas Rauch.

Gern nutzten die Wehren aus Pressath und Schwarzenbach die Ersthelferschulungen, und auch zwei öffentliche Erste-Hilfe-Kurse und der Kurs "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" fanden Zuspruch. Nachdrücklich legte Rauch allen ans Herz: "So schnell die Rettungsdienste auch sind, im Notfall kann Hilfe nicht früh genug geleistet werden. Darauf kann sich jeder vorbereiten."
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