Große Lösung für Vereine

Lokales
Pressath
10.08.2015
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250 000 Euro wird es wohl kosten, das Haus der Vereine "feuerfest" zu machen. Angesichts dieser Kalkulation beschlossen Pressaths Stadträte, in die Vollen zu gehen.

Etwa eine Viertelmillion Euro seien nötig, um das Haus der Vereine auf den aktuellen Stand der Brandschutzvorschriften zu bringen. Das legte Erna Schilling vom Architekturbüro Lenk den Räten dar. Seit Mai können die beiden oberen Stockwerke nicht genutzt werden, weil das Landratsamt Defizite in dem gut 70 Jahre alten früheren Schulhaus entdeckte. Vor allem der fehlende zweite Fluchtwegs für die oberen Etagen rief die Fachleute des Kreisbauamts auf den Plan. Eine Stahl-Außentreppe könnte den Mangel beheben, empfahl Schilling.

Große Änderungen an der Bausubstanz seien nicht erforderlich, betonte die Architektin. Notwendig seien voraussichtlich die Beseitigung der Toilette im Dachgeschoss und die Abtrennung kleiner Teile der Vereinsräume von Brieftaubenzüchtern und Wanderfreunden. Holzdecken müssten mit Brandschutzmaterialien verkleidet, die Wandverkleidungen im Treppenhaus entfernt werden. Auf den "sehr aufwendigen" Abbau der wertvollen Holztreppe bestand Schilling nicht. Nötig seien aber Brandschutztüren, Entrauchungs-Dachfenster, funkvernetzte Rauchmelder, neue Haustüren und eines feuersicher eingehauster Stromverteilerkasten. Eigenleistung der Vereine könnte die Kosten senken.

Christian Mörtl (SPD) sah nicht nur hier Einsparpotenzial. Unverständlich seien ihm die für die Rettungswegkennzeichnung angesetzten 8000 Euro: "Nachtleuchtende Wegweiser bekommt man in jedem Baumarkt für weniger als zwei Euro." Mörtl bot an, einen bekannten Brandschutzexperten hinzuzuziehen, der auch Tipps zur Kostenminimierung geben könne. Ein grundsätzliches Problem sprach Bürgermeister Werner Walberer an: "Fördergelder gibt es nur für eine Generalsanierung." Auf Nachfrage von Charlotte Hautmann (CSU) präzisierte Walberer, dass hierfür mindestens 60 Prozent Städtebauförderung zu erwarten wären. Er riet über eine solche "große Lösung" nachzudenken.

"Die Alternative lautet Generalsanierung oder Abriss", meinte auch SPD-Fraktionssprecher Franz Floth. Auch zweiter Bürgermeister Max Schwärzer, Charlotte Hautmann und Andreas Reindl (alle CSU) plädierten, das Brandschutzkonzept in einen Generalsanierungsplan einzubeziehen. Schwärzer empfahl, Städteplaner Klaus Stiefler hinzuzuziehen, und die CSU-Fraktionssprecher Norbert Höfer und Martin Schmidt sowie Fraktionskollege Stefan Brüderer ergänzten, die Stadt solle mit den betroffenen Vereinen beraten und eine Bedarfsermittlung vornehmen.
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