Handeln statt jammern

"Hinter der Mauer" geht es weiter: Nachdem die Sanierung von Frankengasse und Hupferberg abgeschlossen sind, hat sich die Stadt Pressath einem neuen Projekt angenommen - auch mit Hilfe der Städtebauförderung. Besucher aus der ganzen VG informierten sich am "Tag der Städtebauförderung" über den künftigen Entlastungsparkplatz Ost. Bild: bjp
Lokales
Pressath
16.05.2015
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Baue Gutes und sprich darüber: Das etwas abgewandelte geflügelte Wort nahm sich die Verwaltungsgemeinschaft Pressath zu Herzen, um für die Segnung der Städtebauförderung zu werben.

Am 30. November schließt die Raffeisenbankfiliale in Schwarzenbach. "Wir wollen nicht jammern, sondern das Beste daraus machen", bekräftigte Bürgermeister Thorsten Hallmann am "Tag der Städtebauförderung" (wir berichteten). Deshalb habe die Gemeinde das Gebäude erworben: "Eine Arbeitsgruppe will einen Dorfladen einrichten."

Der Besinnung auf die Ortsgeschichte komme in dem von Peter Nößner angebahnten Städtebauförderprojekt Bedeutung zu. Im Ortskern habe man den Standort der 1957 abgerissenen Kirche ebenso markiert wie den Verlauf des unterirdisch fließenden Schwarzenbach. Das Wasserbecken an der neuen Kirche sei eine Reminiszenz an frühere Milchkühl- und Fischbecken. Aus dem leerstehenden Pfarrhaus könnte ein "Bürgerhaus" werden.

An Einzelprojekten besichtigte die Besuchergruppe unter anderem die Dorflaube mit Backofen am Platz des früheren Waaghäuschens und den Pfarrer-Pichl-Platz, den Hallmann "künftigen Stachus von Schwarzenbach" nannte. Erfreut vermerkte er, dass mehrere Anwesen mit Hilfe des vom Freistaat bezuschussten gemeindlichen Förderprogramms in Privatinitiative hergerichtet worden seien. Ähnliches berichteten die Trabitzer "Gemeindechefin" Carmen Pepiuk und ihr Pressather Kollege Werner Walberer, der die privaten Sanierungen als "Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität" würdigte.

Das vitale Nebeneinander privater und kommunaler Vorhaben sei charakteristisch für alle drei "Haidenaabtalgemeinden", stellte Ortsplaner Klaus Stiefler fest. Im Pressather Pfarrsaal blickten Walberer und Stiefler auf ein gutes Vierteljahrhundert Erfahrungen mit der Städtebauförderung in Pressath zurück. Die Stadt wolle alle Optionen ausloten, den Stadtkern neu zu beleben und attraktiver zu gestalten, unterstrich Walberer und verwies exemplarisch auf die geplante Schaffung eines neuen Stadtplatzes.

Klaus Stiefler ergänzte, dass in alten Plänen das Gebiet unterhalb des Pfarrhauses als "Im Markt" eingetragen gewesen sei: "Es gibt eine Tradition, an die man anknüpfen kann." Die charakteristische "Quartierstruktur" der Altstadt solle erhalten bleiben, "Verbauungen" wolle man auflockern. Wünschenswert wären weitere Entlastungsparkplätze am Altstadtrand. Als "Prinzessin, die wachgeküsst werden sollte", beschrieb Stiefler Jahn- und Bahnhofstraße.

Zurzeit werde an einer Gestaltung für die Professor-Dietl-Anlage gearbeitet. Außerdem erläuterte Stiefler den Plan für das "momentan unter Wert genutzte" Bändel nebst angrenzenden Bereichen, wo ein attraktives Wohngebiet, verbesserte Einzelhandelsangebote und Grünanlagen entstehen sollen. Die geförderten Maßnahmen bedeuten Aufträge für regionale Handwerker und Dienstleister, betonte Werner Walberer.

Beim Stadtrundgang besichtigte die Gästegruppe renovierte oder für eine Erneuerung vorgesehene Straßenzüge und Gebäude, darunter die im Bau befindliche Straße "Hinter der Mauer" mit dem zehn Stellplätze umfassenden Entlastungsparkplatz.
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