Heimatpflegebund eröffnet im Heimatmuseum eine Ausstellung zum 100. Jahrtag
Die Pressather und der Krieg

Pressath
15.07.2014
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Die Front war weit, und doch ging der Krieg vor hundert Jahren auch den Menschen an der Haidenaab nahe. Wie nahe, zeigt eine Ausstellung des Heimatpflegebundes im Heimatmuseum. Am Sonntag begann die Schau zum Ersten Weltkrieg.

Der Heimatpflegebund hat es sich zur Aufgabe gemacht, an den Beginn des Krieges vor 100 Jahren zu erinnern. Die Schau im Heimatmuseum zeigt die Folgen des Kriegs an der "Heimatfront". Welche Bedeutung hatten die vier Jahre für die Menschen in der Stadt und den umliegenden Orten? Die Antwort auf diese Frage interessiert die Menschen auch nach hundert Jahren. Das zeigte die große Besucherzahl, die Heimatpflegbund-Vorsitzender Josef Neuber zur Eröffnung begrüßte.

Weit weg

Obwohl dieser Erste Weltkrieg weit weg von der Oberpfalz getobt hat, war die Region unmittelbar betroffen. Die Pfarrei Pressath mit damals rund 2000 Seelen musste 96 Gefallene und Vermisste beklagen, aus der Pfarrei Burkhardsreuth blieben 29 Männer "im Feld". Was sich in der Vorkriegszeit, während des Krieges und unmittelbaren danach in Pressath und den Orten abgespielt hat, soll die Ausstellung zeigen. "Eine Darstellung der weltgeschichtlichen Ereignisse und der Kriegshandlungen kann dabei natürlich nicht außer Acht gelassen werden."

Leihgaben stellten für die Schau zur Verfügung das Armeemuseum Grafenwöhr, die Familien Buchfelder (Grafenwöhr), Haid (Erbendorf), Josef Walberer (Pechhof), Fritz Betzl (Eschenbach), Astrid Brühler, Norbert Höfer, Josef Eichermüller, Berthold Hundhammer, Wöhrl, Bruno Murr, Maria Neumann, Rauch, Fuchs und Ingo Bollin (alle Pressath). Auch der Verein der Philatelisten Eschenbach trug zur Schau bei.

Dank an Barbara Zankl

Dank sprach Neuber besonders der Museumsmitarbeiterin Barbara Zankl aus, die fast im Alleingang die Ausstellung gestaltet habe. Ihr ist gelungen, eine Vielzahl von Leuten zu bewegen, in ihren privaten Schätzen nach Briefen, Kriegsandenken oder Literatur zu suchen uns diese für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Für ihre Bemühungen bedanke sich Neuber mit einem Blumenstrauß.

Kurz ging Neuber auf den Anlass und das Thema der Ausstellung ein. Der Beginn des Ersten Weltkrieges vor genau einhundert Jahren und die Erinnerung daran, seien wahrlich kein Grund zu einer "fröhlichen Feier". Vielmehr sollte man sich erinnern an diese schwere Zeit "an einen Krieg, der im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg allmählich aus dem kollektiven Bewusstsein schwindet". Dazu trage auch bei, dass die Kampfhandlungen nicht in Deutschland stattgefunden haben, sondern fernab unserer Heimat. "Es gibt keine Bilder von zerstörten Städten in Deutschland, wie sie uns vom Zweiten Weltkrieg immer wieder vor Augen geführt werden."

Bürgermeister Werner Walberer dankte namens der Stadt für die Arbeit bei der Vorbereitung der Ausstellung. Diese habe auch die Aufgabe, "die Schrecken des Krieges generationenübergreifend in Erinnerung zu behalten und die heranwachsende Generation zum Frieden zu erziehen". Barbara Zankl bedankte sich abschließend bei den Personen, die Leihgaben zur Verfügung gestellt haben. Dank sprach sie auch Oberstleutnant a.D. Ingo Bollin aus, der sehr engagiert bei der Organisation der Ausstellung mitgeholfen hat.
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