Hochfest seit 400 Jahren

Mit einer Speisenweihe stimmten Pfarrer a. D. Ludwig Bock und die Frauengruppe um Altenwerksvorsitzende Martha Ermer (Zweite von links) die Bewohner des Pressather Seniorenheims bei der Josefifeier auf den Frühling ein. Bild: bjp
Lokales
Pressath
21.03.2015
5
0

Wenn auch kein gesetzlicher Feiertag mehr, ein gewöhnlicher Werktag ist Josefi noch lange nicht - zumindest im Pressather Seniorenheim. Die Bewohner ließen den Nährvater Jesu hochleben.

"Was glauben Sie, wie genau Maria und Josef darauf schauen werden, was wir hier treiben - vor allem ich." Seinen Humor hat "Alt-Stadtpfarrer" Ludwig Bock nicht verloren, und das heilige Paar hätte gewiss seine Freude an der ebenso würdigen wie gemütlichen Josefitagsfeier im Pressather Seniorenheim gehabt.

Zur Einstimmung auf die heilige Messe im Gemeinschaftssaal sprach Bock über die Tradition der Josefsverehrung im Katholizismus. Diese sei insbesondere von dem mittelalterlichen Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux und dem im 13. Jahrhundert gegründeten Franziskanerorden gefördert worden. Seit 1621 sei der Josefstag als Hochfest im kirchlichen Festkalender verankert. Mit Texten aus dem Stundenbuch (Brevier) der katholischen Geistlichen erinnerte der einstige "Baumeister" und prominenteste Heimbewohner auch an die Fastenzeit, in der die Menschen bewusst maßvoll mit "wichtigen" weltlich-materiellen Dingen umgehen sollen, um der Neubesinnung auf Gott, das eigentliche Ziel des Lebenswegs, Raum zu geben.

Wie sich Maria und Josef von Gottes Willen ergreifen ließen, solle sich auch jeder Christ von Menschwerdung, Botschaft, Wirken, Kreuzestod und Auferstehung Jesu "durch und durch ergreifen lassen", wünschte sich der pensionierte Geistliche. Als Anklang an die altchristliche Tradition der "Agapefeier" (Liebesmahl) folgte auf das eucharistische Messopfer eine Speisensegnung durch Pfarrer Bock.

Gemeinsam mit dem Priester würdigten Martha Ermer, Juliane Götz, Marianne Gottschalk, Herta Kellner, Rita Klösel und Irene Kormann in biblischen Erzählungen und Gebeten die Bedeutung des Brotes nicht nur als Grundnahrungsmittel, sondern auch als Symbol Jesu Christi, Frucht der Arbeit und Stifter menschlicher Gemeinschaft. Gesellige Stunden bei Kaffee und Kuchen rundeten den Nachmittag ab.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.