Kapelle löst Pfarrsaal ab

1803 rettete die Stadt die Altöttingkapelle vor der Zerstörung durch "aufklärerische" Kulturrevolutionäre. Auch heute noch fühlt sie sich gemeinsam mit dem Verein für kirchliche und soziale Zwecke und den katholischen und evangelischen Christen Pressaths für das Gotteshaus verantwortlich, das zu einem Symbol der Ökumene wurde. Bild: bjp
Lokales
Pressath
19.03.2015
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Nach dem Pfarrsaal ist vor der Altöttingkapelle. "Der Verein für kirchliche und soziale Zwecke" in Pressath hat sich ein neues Projekt vorgenommen, nachdem die bisherige Hauptaufgabe erledigt ist.

Den "Ur-Zweck" hat der "Verein für kirchliche und soziale Zwecke" erfüllt (siehe Kasten): Im vergangenen Jahr schloss die Pfarrei die Sanierung Pfarrsaals ab. Ans Aufhören denkt aber niemand, denn an Anliegen zum Nutzen beider Konfessionen und des Altenheims, wie sie die Satzung als förderwürdig deklariert, fehlt es nicht, wie die Teilnehmer der Hauptversammlung im Café Schwärzer einmütig bekräftigten.

Am Herzen liegt den 72 Mitgliedern besonders die Altöttingkapelle. "Von der Kirchturmspitze bis zu den Grundmauern nagt der Zahn der Zeit an der Kirche", beklagte Vorsitzender Werner Walberer, der sich auch als Bürgermeister für den gut zweieinhalb Jahrhunderte alten Bau verantwortlich fühlt: 1803 hatte die Stadt das Gotteshaus erworben, um es vor der Zerstörung im Zug der Säkularisation zu retten.

Vor allem das Glockengestühl sei so marode gewesen, dass die Stadt die Glocke 2011 habe entfernen lassen. Seit Anfang des Jahres ruft nun Geläut aus dem Lautsprecher die evangelischen Christen zum Gottesdienst. Seit 70 Jahren nutzen Pressaths Protestanten den Bau: "Gemäß Stadtratsbeschluss trägt die Stadt die Hälfte der Kosten, evangelische und katholische Kirchengemeinde teilt sich den Rest. Obendrein steuerte die Sparkasse eine Spende bei."

Erneuerungsbedürftig seien auch die Sitzpolster der Kirchenbänke gewesen, berichtete Walberer. Einem Gesuch des evangelischen Pfarrers Dr. André Fischer um einen Zuschuss für 20 Polster kam der Verein gern nach und bewilligte 500 Euro, wofür zweiter Vorsitzender Reinhard Kirschner als Kirchenvorstand-Mitglied dankte. Als weitere Anliegen formulierte Walberer die Unterstützung des Altenheims, das laut Kassenwart Andreas Reindl 300 Euro für einen Seniorennachmittag erhielt, und die Instandsetzung religiöser Flurdenkmale in Pressath, Schwarzenbach und Trabitz in Zusammenarbeit mit dem Heimatpflegebund.

Letzteres begrüßten vor allem Heimatpflegebundvorsitzender Josef Neuber und die Leiterin des Wirtshaussingkreises Veronika Spitaler, die dem "Verein für kirchliche und soziale Zwecke" eine 250-Euro-Spende für die Marterlsanierung aus dem Erlös des Weihnachtssingens übergab. Spitaler sagte auch zu, dass ihre Gruppe die Segnung eines restaurierten Marterls musikalisch-festlich begleiten werde.
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