Kein Hitzefrei für Blütenstaub

So schön die Blumenwiesen momentan sind, für Pollenallergiker bedeuten sie Niesattacken, rote Augen und haufenweise Tempotaschentücher. Bild: hfz
Lokales
Pressath
10.06.2015
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Die Grafik zeigt, wann welche Pflanzen blühen. Bild: dpa

Das erste Wochenende im Juni war sonnig. Das zweite soll es auch werden. Auf den Wiesen in der Region blühen Mohn, Margeriten, Gräser und Ampfer. Pollen schwirren durch die Luft - Gift für Allergiker. Apotheker geben Tipps, eine 100-prozentige Lösung gibt es keine.

Zwischen langen Grashalmen surren Bienen mit dicken Pollenknödeln an den Beinchen zu gelben, roten und weißen Blüten. Sonnenstrahlen wärmen die Haut. An den ersten Sommertagen in diesem Jahr sitzen viele in der Eisdiele oder planschen in den Badeweihern der Umgebung - Hauptsache draußen. Für Allergiker ein Alptraum. Sie wollen sich am liebsten hinter verschlossenen Fenstern vor den gelben Pollenstaubwolken verstecken.

Tendenz steigend

Bislang kamen im Juni zwischen fünf und zehn Kunden wegen Heuschnupfen in die Pressather St.-Georgs-Apotheke, schätzt Ralf-Rainer Schönrock. Der Apotheker in Rente arbeitet momentan zwei Tage pro Woche in Pressath. Vorher hat er die Ring-Apotheke in Weiden geleitet. "Die Tendenz ist steigend, aber keiner weiß, woran das liegt. Vielleicht zu viel Kunststoff in der Umgebung", vermutet er. "Man kann Allergien auch später noch erwerben, wenn das Immunsystem nicht mehr so gut funktioniert - das nimmt mit zunehmendem Alter ab."


Pollen kitzeln in der Nase, Rotz versperrt wie ein Damm die Nasenlöcher, die Augäpfel sehen aus, als hätte man sie kurz in Ketchup getunkt. Gegen die Symptome bei Heuschnupfen empfiehlt Schönrock Medikamente wie die Lorano-Tabletten, Nasensprays oder eine Nasenspülung, um die Schleimhäute zu regenerieren. "Man kann das Kind, das in den Brunnen gefallen ist, nur wieder herausholen, aber keinen Deckel auf den Brunnen legen - man kann nicht vorsorgen."

"Kein Königsweg dabei"

Für Zuhause rät der Apotheker, sich jeden Abend die Haare zu waschen und nachts zu lüften, weil der Pollenflug dann geringer sei. "Helfen kann, die Fensterbretter nass abzuwischen." Ein Königsweg sei jedoch nicht dabei. "Man sollte sich aber behandeln lassen und keinen Helden spielen. Hausärzte können mit Cortisonspritzen dafür sorgen, dass es nicht chronisch wird." Auch ein Test beim Allergologen sei hilfreich, um mit Spritzen die Immunität gegen die Pollen aufzubauen.


Wie viele Kunden zu ihm täglich in die Apotheke kommen, kann Karlheinz Keck nicht im Detail sagen. "Wir führen keine Statistik. Wenn man jeden Tag 150 bis 200 Kunden hat, sind bestimmt mindestens zehn Patienten mit Allergien dabei, aber nicht nur gegen Pollen", vermutet der Leiter der Eschenbacher Stadt- Apotheke. "Jetzt blühen überwiegend Gräser, Roggen, Spitzwegerich, Brennnesseln und Nadelbäume wie die Kiefer bei uns." Bis in den August könne sich die Blüte ziehen, bei manchen Gräsern sogar bis September. "Viele der Allergiker leiden da sehr, weil es die schönste Zeit des Jahres ist, von der sie nichts haben. Das ist bedauernswert."

Der Apotheker rät den Betroffenen, den Allergieauslösern aus dem Weg zu gehen, Fenster nicht zu öffnen, besonders, wenn ein trockener, warmer Wind weht. "Meistens ist man zu einer bestimmten Zeit betroffen, da würde es sich anbieten, Urlaub zu nehmen und wohin zu fahren, wo die Pflanzen nicht blühen", versucht Keck eine Lösung zu finden.
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