Königskrönung im "Exil"

Lokales
Pressath
28.10.2015
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Die Könige rückten ein wenig in den Hintergrund bei der Proklamation der Pressather Eichenlaub-Schützen. Im Pfarrsaal ging es um das Thema, das den Verein in den letzten Monaten vor allem bewegt: Das gesperrte Vereinsheim.

Beim Königsschießen war manches anders. Nicht nur, dass die Majestäten der Schützengesellschaft Eichenlaub im Pfarrsaal ausgerufen wurden: Auch der Wettbewerb selbst hatte im Exil stattgefunden. "Wir danken unserem Patenverein, der nicht nur mit großer Abordnung zu unserer Königsfeier gekommen ist, sondern uns auch großzügig seine Schießstände zur Verfügung stellt", begrüßte erster Schützenmeister Thomas Busch die Schützen von Eichenlaub Zessau.

Trotz des nur drei Kilometer entfernten, modernen Ausweichquartiers hätten weniger Mitglieder am Kampf um "Kronen" und "Ketten" teilgenommen, bedauerte Busch. Überhaupt beeinträchtige die von Landratsamt und Stadt aus Sicherheitsgründen veranlasste Schließung des "Hauses der Vereine" und damit auch des Schützenheims ("Der neue Tag" berichtete) das Vereinsleben spürbar. Busch appellierte an die Stadtverantwortlichen, um eine schnelle Lösung besorgt zu sein, die Mitglieder hätten das Gefühl, dass "in der Sache nichts vorwärtsgeht".

Dieser Einschätzung trat Bürgermeister Werner Walberer entgegen: "Ich kann mich nur für die Unannehmlichkeiten entschuldigen und versichern, dass ich um eine schnellstmögliche Lösung sehr bemüht bin." Deshalb habe die Stadt auch entschieden, sich auf die von der Kreisverwaltung geforderte Brandschutzsanierung des Vereinshauses zu beschränken und auf eine langwierige Generalrenovierung zu verzichten. Über das Brandschutzkonzept solle der Stadtrat im November entscheiden: "Dann sollen die Arbeiten beginnen." Walberer wünschte sich, dass "unser gutes Einvernehmen nicht aus den Fugen gerät", und lobte die Schützen für ihr soziales Engagement und ihre Leistungen: "Ich bin immer gern bei euch."

Namen aus allen Generationen waren bei der Verlesung der Sieger durch die Schützenmeister Thomas Busch und Daniela Schmeller zu hören. Den Luftgewehr-Königstitel sicherte sich Schützenmeister Thomas Busch, der damit seinem Zessauer Amtskollegen Roland Thomas nacheiferte. Im Kreis der "Gekrönten" mit je zwei Ehrenrängen vertreten sind Gerhard Völkl als Luftpistolenkönig und zweitplatzierter Luftgewehr-"Wurstkönig" sowie Hubert Schulze als Bogenkönig und Luftpistolen-"Vizeregent". Obendrein gewann der Kemnather die Vereinsmeisterschaften in der Bogen-Altersklasse und an der Luftpistole.

Gerhard Völkls "bessere Hälfte" Sieglinde freute sich über die Schützenlieslwürde, Dominik Ermer über Luftgewehr-Jugendmeisterehre und Jugendkönigskette. "Um diesen Königstitel hat er seit Jahren gefiebert, und heuer hat es geklappt", wusste zweite Schützenmeisterin Daniela Schmeller, die es ihrerseits nicht nur zur drittplatzierten "Brezenkönigin" an der Luftpistole, sondern auch zur Damen-Vereinsmeisterin an Luftgewehr und Luftpistole brachte. Überdies entschied sie den Wettstreit um die Jagdscheibe für sich. Einen guten Start legte Neumitglied Kay Müller hin: Zusätzlich zur Brezenkette im Luftgewehr-Königsschießen heimste er den Vereinsmeistertitel der Herren am Luftgewehr ein.

Marianne Späth winkte neben der Wurstkette im Schützenliesl-Turnier noch der Vereinsmeisterrang der Bogen-Damenklasse, Bogenschütze Andreas Maier avancierte in seiner Disziplin zum Vizekönig und Meister der Herrenklasse, und auf Dennis Fürst wartete als Draufgabe zur Jugend-Brezenkönigstrophäe die Glücksscheibe.
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