Labyrinth des Lebens

Zwei Holzbohlen - in Form einer Stele aufgebaut - wurden mit Herzen verziert, auf denen die Ehejahre abgebildet waren.
Lokales
Pressath
30.09.2015
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Auf insgesamt 1114 "Jubeljahre" kamen die 28 Paare, die dem Aufruf von Pfarrer Edmund Prechtl in die Pfarrkirche Sankt Georg gefolgt sind. Zum zweiten Mal lud die Pfarrei zu einer Ehejubiläumsfeier ein.

Die Paare blickten auf 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45,50, 57, 60 und sogar auf 62 Jahre Ehe zurück - "ein Grund, dankbar zu sein". Musikalisch gestaltete die Chorgemeinschaft Sankt Georg unter der Leitung von Richard Waldmann den Gottesdienst.

Eingangs begrüßte Pfarrer Edmund Prechtl die Jubilare und freute sich mit ihnen über die vielen Jahre, die sie gemeinsam auf ihrem Lebensweg verbringen durften, verbunden mit reichen Erfahrungen und der Dankbarkeit, füreinander da zu sein. Es sei daher ein guter Grund, die Zeit zu feiern, die Gott ihnen geschenkt habe. Passend zum Ereignis traf die Kernaussage aus dem Johannesevangelium zu: "Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe."

Sackgassen und Irrwege

Die Dekoration des Altarraums war Leitmotiv von Prechtls Predigt. Zum einen Sieger Köders Bild "Labyrinth und Rose", zum anderen zwei aufragende Holzbohlen, die eine Stele bilden, geschmückt mit roten Herzen, in deren Mitte jeweils Zahlen von zehn bis 60 befestigt wurden.

"Rosen stehen für Verletzungen und Sorgen, und auch Jesus kannte die Dornen des Karfreitags", betonte der Stadtpfarrer. Ein Labyrinth sei aber kein Irrgarten, denn darin gebe es Sackgassen, die zum Umkehren zwingen, um einen neuen Weg zu suchen. "Anders ist es bei einem Labyrinth. Hier gibt es keine Sackgassen, sondern einen Anfang und ein Ziel. Der Weg verläuft nicht gerade, sondern über Windungen und Kurven. Begibt sich der Mensch in ein Labyrinth, dann weiß er, dass er ankommt, wenn auch oftmals mit Hindernissen und Schwierigkeiten", stellte Pfarrer Prechtl fest.

Dazu gehöre es auch, sich nach einem heftigen Streit zu umarmen und einander zu verzeihen. Prechtl ergänzte: "Das Labyrinth zeigt aber auch, dass ich mich manchmal ganz am Rand bewege und mir alles fremd, abgehoben und unverständlich erscheint."

Beide Erfahrungen gehörten zum Leben: Traurige und schmerzhafte, aber auch glückliche und freudige Erfahrungen im Labyrinth, das Leben heißt." Nach der Kommunion bedankte sich Pfarrer Edmund Prechtl bei den Jubelpaaren für ihr Kommen, bei der Chorgemeinschaft Sankt Georg für die musikalische Gestaltung sowie beim Vorbereitungsteam. Er verteilte mit Pfarrgemeinderatssprecherin Renate Kneidl nach dem Segen Rosen an die Ehefrauen.

Wie es auch bei Hochzeiten Tradition ist, folgte anschließend eine weltliche Feier. Die fand im festlich dekorierten Pfarrsaal statt, wo der gemeinsame Abend bei einem Imbiss mit Umtrunk und heiteren Gesprächen ausklang. Die Organisation oblag dem Öffentlichkeitsausschuss des Pfarrgemeinderates.
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