Mann des klaren Wortes

Zu einem Christentum der Tat nach Hans Schwemmers Vorbild rief Generalvikar Karl Hillenbrand die Pressather Gläubigen bei der Gedenkmesse für den 2001 verstorbenen Erzbischof auf. Bild: bjp
Lokales
Pressath
01.10.2014
0
0

Zeitlebens hat Hans Schwemmer die Menschen auf der Schattenseite nicht vergessen. Auch dafür behält die Pressather Heimatpfarrei den Erzbischof mit Riggauer Wurzeln in Erinnerung. Zum 13 Todestag war die Kirche beim Gedenkgottesdienst vollbesetzt.

Am 1. Oktober jährt sich zum 13. Mal der Todestag von Erzbischof Dr. Hans Schwemmer. Wie in jedem Jahr würdigte seine Heimatpfarrei den 1945 in Riggau geborenen Geistlichen und Kirchendiplomaten, der in der Stadtpfarrkirche beigesetzt ist, mit einem vom Kirchenchor musikalisch begleiteten und von vielen Gemeindeangehörigen, Verwandten und Freunden besuchten Gedenkgottesdienst. Zelebrant war auch heuer Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand aus Würzburg, ein Freund und Vertrauter Schwemmers.

Christ der Tat

In seiner Predigt beschrieb Hillenbrand den Toten als Mann des klaren Wortes und Christen der Tat, der in vorbildhafter Weise elementare Lehren Jesu mit Leben erfüllt habe. So rufe das Evangelium auf, den Weg "vom Festhalten zum Loslassen" zu beschreiten: "Jesus lehrt uns, dass materieller Besitz, berufliche oder gesellschaftliche Stellung nicht unser Privatbesitz sind, sondern Geschenke, die wir an andere weitergeben sollen. Dieses Loslassen müssen wir ein Leben lang üben."

So habe es auch Hans Schwemmer gehalten, der seine "überdurchschnittlichen Talente" gern für andere eingesetzt habe. Ebenso wichtig sei die Bereitschaft, sich "vom Hohen zum Niedrigen" zu bewegen: "Hans Schwemmer hatte einen Blick für Menschen auf der Schattenseite, nahm sich der Obdachlosen und Flüchtlinge an. Damit handelte er im Sinne Jesu." Diese Lehre sei angesichts der unzähligen Flüchtlingsschicksale aktueller denn je, mahnte Hillenbrand: "Auch wir sollten uns fragen, ob uns diese Schicksale kalt lassen oder wir bereit sind, auf diese Menschen zuzugehen." Schließlich weise die biblische Botschaft den Weg "vom Tod zum Leben", wobei mit "Tod" nicht nur das Lebensende gemeint sei. "Eine 'Todessituation' ist es auch, wenn Vertrauen, Freundschaft oder Liebe zerbricht. Folgen darauf Verzeihen und Versöhnung, so ist das wie eine Auferstehungserfahrung", erläuterte der Generalvikar. Erzbischof Schwemmer habe es stets am Herzen gelegen, Versöhnung zu stiften.

"Spätzünder"

An das Tagesevangelium von den "beiden ungleichen Söhnen" anknüpfend, betonte Karl Hillenbrand, dass es nie zu spät sei, diese Weisungen Jesu zu beherzigen: "Hans Schwemmer hätte den zweiten Sohn, der seinem Vater erst widersprach, ihm dann aber doch gehorchte, in seiner direkten Art einen 'Spätzünder' genannt. Doch das Evangelium sagt uns, dass es nichts ausmacht, 'Spätzünder' zu sein, denn es kommt nur darauf an, dass wir uns letztlich entschließen, den Willen unseres himmlischen Vaters zu tun."

Dies liege in der freien Entscheidung eines jeden, zu der Gott den Menschen berufen habe und zu der uns Jesus täglich aufs Neue Mut mache: "Und 'in libertatem vocati','zur Freiheit seid ihr berufen' lautete auch Hans Schwemmers Bischofswahlspruch."
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.