Mehr als Stifte mitgenommen

Vor allem Bürgermeister Werner Walberer (Dritter von links), Gewerberingvorsitzende Charlotte Hautmann und Bernhard Stangl (von rechts) waren über die Resonanz auf die Ausbildungsmesse erfreut. Bild: bjp
Lokales
Pressath
04.03.2015
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Bei der Ausbildungsmesse der SPD-Ortsvereine in Pressath ging es um die Zukunft. Um die der jungen Leute, aber auch die der Region. Dass mancher Arbeitgeber aus parteipolitischen Gründen fernblieb, können die Macher nicht verstehen.

Wie viele Praktika und Ausbildungsplätze bei der Ausbildungsmesse der SPD-Ortsvereine im Vierstädtedreieck (wir berichteten) vermittelt wurden, steht noch nicht fest. 2014 lautete die Bilanz über 20 Lehrstellen und gut 40 Praktikumsplätze. Und weniger werden es wohl nicht sein. Nicht nur, dass die Zahl der Arbeitgeber mit 41 mehr als doppelt so groß war: Mit 630 Besuchern lag die Gästezahl um fast 200 über dem Vorjahreswert.

"Auch viele Eltern interessierten sich für die Chancen ihrer Kinder", wusste Pressaths dritter SPD-Ortsvorsitzender Bernhard Stangl. Sogar erwachsene Arbeitsuchende hätten die Gelegenheit genutzt: "Zwei haben neue Stellen gefunden." Durchaus überrascht war Stangl von der Resonanz bei den Arbeitgebern: "Ich weiß von Ausbildungsmessen in Bamberg, wo 80 Aussteller präsent waren - und das ist eine 70 000-Einwohner-Stadt." Leider habe es einzelne Unternehmen gegeben, die sich nicht beteiligen wollten, "weil es eine SPD-Veranstaltung war".

Für Stangl ist dies unverständlich: "Die Ortsvereine Eschenbach, Grafenwöhr, Kirchenthumbach und Pressath haben die Ausbildungsmessen als Vereine initiiert, nicht als Partei." Thomas Weiß, SPD-Ortsvorsitzender in Grafenwöhr und Produktionsleiter bei der Schwarzenbacher Kunststoffspritzerei Zeglaplast, erläuterte die Motivation: "Die Idee war quasi aus der Not geboren, denn wir haben gesehen, dass allzu viele junge Leute ihr Heil anderswo suchten, weil ihnen die Chancen kaum bewusst waren, die ihnen regionale Arbeitgeber erschließen könnten."

Stangl ergänzte, dass sich die Nordoberpfälzer Firmen bislang "unter Wert verkauft" hätten: "Viele sind Global Player, doch das ist zu wenig bekannt." Diesem Manko habe die Messe als komprimiertes "Spektrum unserer regionalen Unternehmenskultur" fraglos abgeholfen, meinte Eschenbachs Stadtoberhaupt Peter Lehr. Auch wenn nicht jeder Informationsstand gleich stark "bestürmt" wurde, zeigten sich die Arbeitgeber zufrieden, und fast alle kündigten an, im nächsten Jahr wiederzukommen.

"Gute Lehrlinge sind Kapital für die Zukunft", betonte Hans-Jürgen Kurz von der Schug-Gruppe, und Kevin Kaiser vom Bauunternehmen Markgraf freute sich: "Hier interessieren sich die Besucher für die Unternehmen - wir haben schon Ausbildungsmessen erlebt, wo die Gäste vor allem wegen der Kugelschreiber zugreifen." Worauf es vor allem ankommt, brachte Rechtsanwältin Gundula Stiegler auf den Punkt: "Wir besitzen Lebensqualität, die es zu verteidigen lohnt." Nüchterner, aber nicht minder eindringlich formulierte es Johannes Schmid von der AOK: "Wir können die Abwanderung nicht verhindern, aber durch zukunftsgerichtetes Handeln bremsen."
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