Mehr Bläser gefragt

Lokales
Pressath
05.06.2015
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Die Demografie spart die Kunst nicht aus, und dass sich immer mehr private Lehrer um Schüler bemühen, macht es der Musikschule Vierstädtedreieck nicht leichter. Der Schulleiter präsentierte den Mitgliedern dennoch gute Argumente für eine gute Zukunft.

Ein niveauvolles Blasorchester und seit Neuestem ein Nachwuchsorchester mit zwölf Kindern: Bei den Bläsern ist für Musikschulleiter Joachim Steppert fast alles "giusto" (passend). Ein klein wenig "con sordino" (gedämpft) fiel sein Bericht bei der Mitgliederversammlung der Musikschule Vierstädtedreieck im Dostlerhaus jedoch aus: Etwas mehr Nachfrage nach den Kursen für Holz- und Blechblasinstrumente, aber auch für das Geigenspiel würde sich der Musikpädagoge wünschen.

"Das tut schon etwas weh"

Verglichen mit den ungebrochen beliebten Unterrichtsfächern Klavier und Gitarre seien diese für Orchester besonders wichtigen "Melodieinstrumente" ins Hintertreffen geraten, bedauerte Steppert. Sehr erfreulich sei die Entwicklung der Gesangsfächer, die schwerpunktmäßig in Eschenbach unterrichtet würden: 49 Schüler verteilten sich dort zurzeit auf den Kinderchor, den Jugendchor und ein fünfköpfiges "Vokalensemble". Trotz intensiver Werbung sei leider in Pressath und Grafenwöhr die Bildung von "Früherziehungsgruppen" der ersten Altersstufe nicht gelungen: "Das tut schon etwas weh, denn diese Gruppen sind unser Grundstock."

Allerdings, so Joachim Steppert, stehe die Musikschule gerade bei der musikalischen Früherziehung in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen wie etwa dem Musikverein "Klingende Töne" in Grafenwöhr oder privaten Lehrern. Schwieriger als früher gestalteten sich die Werbung um Musikschüler und die Unterrichtsplanung wegen des Nachmittagsunterrichts an den allgemeinen Schulen: "Die Jugendlichen kommen oft erst um vier oder fünf Uhr nachmittags nach Hause und sollen dann noch zum Musikschulunterricht gehen, was natürlich belastend ist."

Gemeinsam mit den Schulen suche die Musikschule nach Wegen der Zusammenarbeit. Bislang sei die Kooperation von Musikschulen mit Schulen und Kindergärten aber noch "Neuland": "In anderen Gegenden und Bundesländern ist man schon weiter." An der Eschenbacher Grundschule werde immerhin für die ersten und zweiten Klassen Kinderchorunterricht als Angebot im Rahmen der Mittagsbetreuung angeboten, berichtete Steppert. Ab nächstem Schuljahr sei auch an der dortigen Förderschule musikalische Früherziehung für die erste Jahrgangsstufe geplant.

Im laufenden Schuljahr hätten in Eschenbach, Grafenwöhr und Pressath vier große Musikschulkonzerte auf dem Programm gestanden, berichtete Musikschulleiter Joachim Steppert weiter. Hinzu kämen über 50 weitere Gastspiele bei Gottesdiensten, Festen und anderen Veranstaltungen. Für 11. Juli plane man einen Informationstag mit Darbietungen in den drei Städten und dem Musikschulfest "Lange Nacht" in Pressath als Höhepunkt und Abschluss.

Musik ist Lebensqualität

Schließlich wies Steppert auf das neue Logo, den modernisierten Internetauftritt, die Facebook-Seite und die von einer Pressather Firma gestifteten neuen T-Shirts für das Blasorchester hin. Als Vorsitzender des Musikschulvereins freute sich der Pressather Bürgermeister Werner Walberer über das hohe Niveau der Schule: "Musikalische Ausbildung ist ein Stück Lebensqualität, und die Musikschule genießt einen ausgezeichneten Ruf." Deshalb sei ihm an einer noch besseren "Verzahnung" mit der Grund- und Mittelschule Pressath gelegen.
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