Melodien für Generationen

Sophia auf dem Akkordeon, dazu Sandro auf Gitarre und Cajon: "Die zwoa Pressather" kommen gut an, nicht nur bei den Wirtshaussängern. Bild: hfz
Lokales
Pressath
16.10.2015
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Das Wirtshaussingen in Pressath kann weitergehen. Mit Sophia und Sandro Weber übernehmen zwei ganz junge Volksmusiker die Treffen im Café Schwärzer.

(wüw) Ein Miteinander der Generationen: Städte und Gemeinde würden es in ihren Mehrgenerationenhäusern gerne verordnen, aber dort klappt es selten so, wie bei den Pressather Wirtshaussängern. Das monatliche Treffen im Café Schwärzer stand vor dem Aus, weil es für Chorleiterin Vroni Spitaler zeitlich zu viel wurde. Dass die Senioren weiter am Schellenberg musizieren können, haben sie Sophia Weber zu verdanken. Die 16-Jährige und ihr 13-jähriger Bruder Sandro sprangen für Spitaler ein. Am Dienstag leitete das Geschwister-Paar erstmals die Sänger.

Nur als Vertretung

Sophia gibt zu, dass sie und Bruder erleichtert waren, als rund 40 Volksmusik-Freunde ins Café gekommen waren. Obwohl beide viel Bühnenerfahrung gesammelt haben, waren sie vor dem ersten Wirtshaussingen schon nervös. "Wir wussten ja nicht, ob wir so angenommen werden, wie zuvor Frau Spitaler." Vor "der Quetschn-Vroni" haben die Nachwuchsmusiker Respekt. "Als wir sie mit den Wirtshaussängern im Pfarrsaal gesehen haben, waren wir begeistert. Alle waren mit soviel Freude an der Musik dabei." Sophia ist es wichtig, dass sie Vroni Spitaler nur vertreten und nicht ersetzen will. "Wenn Frau Spitaler wieder kann, soll sie das Wirtshaussingen wieder übernehmen."

Lob von Vroni Spitaler

Lob und Dank gibt Vroni Spitaler den beiden jungen Musikern direkt zurück: "Ich bin der glücklichste Mensch, dass die beiden das Wirtshaussingen weitermachen." Vor allem freue sie, dass die jungen Leute "so was für alte Menschen machen". Zudem sei sie überzeugt, dass Sophia und Sandro die Sache gut machen, beide seien schließlich "super Musikanten".

Das sahen auch die Sänger am Dienstag so: "Die Stimmung war super", sagt Sophia. Es sei eine Freude gewesen, wie die Besucher mitgemacht und die Liedermappe angenommen haben, die sie extra für den Aufritt zusammengestellt hatte. Eine Überraschung war das allerdings nicht, denn beim Musikgeschmack liegen Teenager und Wirtshaussänger auf einer Wellenlänge: "Volksmusik und Schlager, das ist meine Welt. Mit der Musik sind wir aufgewachsen", sagt Sophia. Sie höre auch moderne Radio-Musik. Aber ein Kirwa-Fest zieht sie einer Disco immer vor.

Immer öfter gestalten Sophia und ihr Bruder als "Die zwoa Pressather" Kirwa-Feste und Musikantentreffen auch mit. Vor allem Sophias Zeit wird knapp, seit sie die Schule abgeschlossen und nun in Grafenwöhr eine Lehre zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten begonnen hat. In der verbliebenen Freizeit besucht Sophia Musikunterricht für Akkordeon und Klavier, spielt Saxofon und Klarinette bei der Musikkapelle Dießfurt und tritt als Duo mit ihrem Bruder auf. Zusätzlich übernimmt sie nun das Wirtshaussingen und sagt nach dem ersten Termin: "Schade, dass es nur einmal im Monat ist."
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