Nervös bis in die Haarspitzen

Lokales
Pressath
02.05.2015
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Kreativität, Trend-Bewusstsein, eine ruhige Hand und der Blick fürs Detail - all das zeichnet einen guten Frisör aus. Claudia Burger hatte nun die Möglichkeit, dieses Können beim internationalen Wettbewerb "The Style Master 2015" in Rom unter Beweis zu stellen - und wuchs über sich hinaus.

"Es ist der größte Wettbewerb unter Frisören, der angeboten wird, und an dem sich auch Deutsche beteiligen können", erklärt Tanja Burger, Inhaberin des "Hair und Style Salon Glanzhaft" in Pressath. Insgesamt 80 Frisöre aus Deutschland und 4000 aus der ganzen Welt nahmen daran teil. Mit einem ausgeklügelten Konzept, viel Kreativität und Konzentration konnte sich Claudia Burger, Schwester von Tanja Burger, gegen die anderen deutschen Teilnehmer durchsetzen und erreichte einen unglaublichen dritten Platz.

"Ich habe vorher ein Gläschen Sekt getrunken, um meine Nerven zu beruhigen. Und auch Elena, mein Model, war ganz toll, sie hat mich immer wieder beruhigt. Es ist alles gutgegangen", resümiert Claudia Burger.

Messen mit den Besten

Inhaberin Tanja Burger selbst ist keine gelernte Frisörin. "Das übernimmt meine Schwester", erklärt sie. Mit Leidenschaft verfolgt Claudia die neuesten Frisuren- und Make-Up-Trends und versucht, immer neue "Looks" zu kreieren: "Da war es nahe liegend, auch an einem Wettbewerb teilzunehmen."

Bereits 2014 bewarb sich die Haar-Stylistin beim internationalen Frisör-Wettbewerb "The Style Master". Damals konnte sie die Jury mit ihren Kreationen jedoch nicht überzeugen. "Das war aber nicht schlimm. Wir sind trotzdem zum Finale nach Lissabon geflogen, um die Atmosphäre mitzuerleben. Es hat absoluten Event-Charakter", betont Claudia Burger. Der zweite Versuch in diesem Jahr übertraf dann alle Erwartungen der beiden Frauen.

Der Wettbewerb ist in verschiedenen Schichten aufgebaut. Zuerst musste sich Claudia Burger bei der Firma REVLON, welche die Veranstaltung initiiert, bewerben. "Uns wurde die Aufgabe gestellt, mit einem Model drei verschiedene Frisuren, Make-Ups und Kleidungs-Stile zu entwickeln. Es muss jedes Mal etwas komplett anderes sein."

Halbes Jahr Vorbereitung

2015 lautete die Vorgabe: Erstelle eine alltagstaugliche Frisur (Look Commercial), eine Ball-Frisur (Look Editorial) und eine Laufsteg-Frisur (Look Avant Garde). Um ein großes Spektrum an Möglichkeiten zu haben, entschied sich Claudia Burger für ein Model mit langen, dunklen Haaren. Rund ein halbes Jahr dauerte die Vorbereitungszeit. "Alles beginnt mit der Überlegung, was man aus den Haaren machen könnte, welches Make-Up, welche Farbtöne zu ihr passen und was die Jury begeistern könnte", betont die Frisörin.

Sind die "Looks" schließlich bis ins kleinste Detail ausgereift, werden professionelle Fotos gemacht und an die Jury geschickt - und diese Bilder überzeugten. "Die zehn Besten aus Deutschland wurden nach München eingeladen, um dort gegeneinander anzutreten. Das war ein kleines Schmankerl vor dem Wettbewerb in Rom", erklärt die Inhaberin. Auch in München überzeugte Claudia Burger. Sie belegte den ersten Platz. "Der Preis war eine Beratung durch einen Art-Director von REVLON. Er hat uns wertvolle Tipps für Rom mitgegeben."

Im März war es dann soweit - der große Wettbewerb, der für zwei Tage angesetzt war, stand vor der Tür. "Zuerst sind alle Deutschen gegeneinander angetreten. Der Beste wurde ins Rennen geschickt, um Deutschland gegen die internationalen Konkurrenz zu vertreten", erklärt Claudia. Rund vier Stunden dauerte jeder ihrer "Looks". Konkurrenz sei unter den deutschen Teilnehmern nicht spürbar gewesen. "Es war eine lustige Truppe, wir haben uns ausgetauscht und Spaß gehabt", freut sich Tanja Burger über diese Erfahrung.

Am Ende belegte die junge Frisörin mit ihrem Model, das sie einmal verspielt mit einer kunstvoll arrangierten Wellen-Frisur und einem Kleid aus Spitzen, im Rockabilly-Look und als Kriegerin mit aufwendiger FlechtFrisur präsentierte, den dritten Platz. Ausgezeichnet wurde sie mit einer Flasche Champagner und einer Urkunde. "Es war ein Wahnsinnsgefühl. Damit haben wir absolut nicht gerechnet", freut Claudia Burger.

"In dem Beruf ist es einfach wichtig, sich immer wieder fortzubilden und selbst kreativ zu werden. Stillstand bedeutet Rückschritt, und dann ist man sehr schnell weg", betont Tanja Burger die Wichtigkeit, Eigeninitiative zu zeigen. Auch für das nächste Jahr ist der Wettbewerb "The Style Master" fest eingeplant. "Ich werde in den kommenden Wochen beginnen, mich darauf vorzubereiten. Wer weiß, vielleicht stehen wir dann mal ganz oben auf dem Treppchen. Wir würden gerne für Deutschland ins Rennen gehen", lacht Claudia Burger.
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