Nie vergessen

Zweiter Bürgermeister Max Schwärzer betonte in seiner Ansprache, gerade am Volkstrauertag im Gedächtnis zu behalten, dass Frieden nicht selbstverständlich sei. Bild: mng
Lokales
Pressath
19.11.2014
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Nicht nur Kampf, Verwundung, Gefangenschaft und Tod waren die Schrecken der Weltkriege. Die Vertreibung und Vernichtung unschuldiger Menschen gehörten ebenso dazu. Pressath gedachte aller Kriegsopfer.

Die Stadt feierte in der Stadtpfarrkirche einen Gedenkgottesdienst. Im Anschluss zogen die Vereine und Verbände mit den Fahnenabordnungen, sowie Vertreter des Stadtrates und des öffentlichen Lebens zum Kriegerdenkmal. Den Schweigemarsch führte der Spielmannszug an. Auch Abordnungen der Bundeswehr und der Veterans of Foreign Wars der US-Armee waren zugegen, ebenso die Musikschule.

Noch immer Realität

Pfarrer Edmund Prechtl betete für die Verstorbenen der beiden Weltkriege. Terror, Krieg und Blutvergießen seien nicht Geschichte, sondern auch heute noch traurige Wirklichkeit. "Frieden ist keine Selbstverständlichkeit", mit diesen Worten eröffnete stellvertretender Bürgermeister Max Schwärzer die Gedenkveranstaltung. "Der Volkstrauertag erinnert uns an alle Opfer von Krieg und Gewalt. Es ist aber auch ein Tag des Nachdenkens, wie wir heute auf Krieg und Gewalt reagieren." Der Volkstrauertag gebe Gelegenheit, der gefallenen Soldaten und getöteten Zivilisten, der Menschen, die in der Gefangenschaft oder auf der Flucht umkamen und all jener Männer und Frauen, die ihren Widerstand gegen die Diktatur mit ihrem Leben büßten, zu gedenken. "Heuer jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal und vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg".

Nicht vergessen werden dürfe die Vertreibung der Zivilbevölkerung, die aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen wurde und die Vernichtung unschuldiger Menschen durch Hass, Gier und Missgunst. Glücklicherweise habe man in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Annäherung und Aussöhnung gesetzt, was diese lange Friedensepoche ermöglicht habe.

Hoffnung auf Besserung

"Gewalt, Krieg, Terror und Vertreibung sind in vielen Teilen der Welt bittere Wahrheit, wie der Bürgerkrieg in Syrien, Kämpfe in der Ukraine, die unmenschlichen Gräueltaten des Islamischen Staates oder Krisenherde auf dem afrikanischen Kontinent uns täglich vor Augen führen." Der nicht enden wollende Flüchtlingsstrom stelle uns vor enorme Herausforderungen. Verzweifelte Menschen hofften, ein besseres Leben zu finden und riskierten auf der Suche nach Frieden und Freiheit ihr Leben.

Aber es gebe auch Erfreuliches: Menschen erkämpften Freiheit und Demokratie. Heuer jähre sich zum 25. Mal das Ende des Kalten Krieges mit dem Fall der Berliner Mauer. "Dem Volkstrauertag kommt ein hoher Stellenwert zu. Bedrohliche Entwicklungen oder die Verharmlosung von Gewalt muss rechtzeitig erkannt werden. Es gilt, Menschen zu achten, ungeachtet deren Herkunft oder Konfession." Dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei, zeige auch der Einsatz der Bundeswehr im Ausland. 3400 Soldaten stünden für Sicherheit und Frieden in Krisengebieten ein. Schwärzer und Vertreter der Veterans of Foreign Wars legten am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder, während zu gesenkten Fahnen das Lied vom "Guten Kameraden" erklang. Der stellvertretende Bürgermeister dankte allen, die zur würdigen Gestaltung der Gedenkfeier beitrugen.
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