Noch lange kein Fall fürs Museum

Für traditionelle sozialdemokratische Werte warben Bürgermeister Werner Walberer, MdB Ulrich Grötsch und Ortsvorsitzende Sabine Eichermüller bei der 95-Jahr-Feier der Pressather SPD. Bild: bjp
Lokales
Pressath
14.11.2014
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"Freiheit, Gleichheit, Solidarität": Darauf schwor Bürgermeister Werner Walberer den SPD-Ortsverein bei der Feier zum 95. Jubiläum ein. Diese Werte hätten auch der Stadt Pressath eine Menge gegeben.

"Wo wären unsere Stadt und unser Land ohne die SPD und ihr Eintreten für soziale Belange?", fragte Werner Walberer. Mit den Bürgermeistern Alfred Oesterreicher, Hans Ficker und Konrad Merkl, Gewerbering-Mitbegründer Richard Stangl und vielen anderen prägenden Persönlichkeiten habe der 1919 gegründete "starke Ortsverein" Geschichte und Kultur der Stadt vorwärtsgebracht. "Ich bin dankbar, seit 1985 mitarbeiten zu dürfen", bekannte der Rathauschef.

Stolz könne die SPD in der Haidenaabstadt und im "Vierstädtedreieck" sein, meinte auch Ulrich Grötsch. Nicht nur der volle Heiningsaal sei Anlass zur Freude und Ausdruck von Kraft: "Inzwischen gibt es im westlichen Kreis Neustadt viele rote Nester, die sich Vertrauen und Ansehen erworben haben." Entschlossenheit und soziales Bewusstsein hätten die SPD in ihrer gut 150-jährigen Geschichte zur ältesten Volkspartei Deutschlands gemacht, die historische Wegmarken gesetzt habe.

Leben aufs Spiel gesetzt

Beispielhaft erinnerte Grötsch an die Ausrufung des Freistaats Bayern durch Kurt Eisner und der deutschen Republik durch Philipp Scheidemann im November 1918 sowie an die SPD-Reichstagsfraktion, die am 23. März 1933 als einzige gegen das "Ermächtigungsgesetz" gestimmt hatte: "Die Abgeordneten wussten, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzten." Entschieden wandte sich der Redner gegen Stimmen, die die SPD als "politisches Denkmal" abtäten, weil ihre Anliegen längst zu politischem Gemeingut geworden seien.

Sozialdemokratische "Urideen" wie die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichstellung von Frauen und Männern oder die friedliche Einigung Europas besäßen heute Verfassungsrang, Ausbeutung und Hunger gebe es hierzulande "so" nicht mehr, räumte Ulrich Grötsch ein. Doch Erreichtes könne nur bewahrt und vervollkommnet werden, wenn man sich "jeden Tag aufs Neue" dafür einsetze. Nach wie vor gelte es, Unstimmigkeiten zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu überwinden wie etwa beim Zugang zu höherer Schulbildung für alle Bevölkerungsschichten oder bei Arbeits- und Lohnbedingungen.

Nur ein erster Schritt

So könne die Mindestlohnregelung nicht das letzte Wort bleiben: "Hier ist eine Basis erreicht, von der aus wir uns weiter bewegen wollen." Eine weitere "Baustelle" sei die "Zweiklassengesellschaft" zwischen regulär Beschäftigten und schlechter entlohnten Leiharbeitern.
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