Plädoyer für persönlichen Einsatz

Auf Einladung von ÖDP, KAB und Katholischer Erwachsenenbildung sprach Prof. Dr. Klaus Buchner (Zweiter von links) in Pressath. Bild: hfz
Lokales
Pressath
01.08.2015
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In Griechenland sieht Prof. Dr. Klaus Buchner ein augenfälliges Beispiel der Wirtschaftstheorie des Neoliberalismus'. Durch diesen gingen demokratische Rechte, die dem Parlament obliegen, immer mehr an Organisationen der Finanzwirtschaft über.

Etwa eine Stunde lang setzte sich der ÖPD-Europaabgeordnete mit der Entwicklung der Griechenland-Kriese auseinander. Zum Vortrag im gut besuchten Saal des Gasthauses Heining hatten die ÖDP, KAB und Katholische Erwachsenenbildung (KEB) eingeladen.

In seinen Ausführungen zum Thema "Europa - Griechenland - Alles umsonst?" zeigte Klaus Buchner die Verbindungen hochrangiger europäischer Politiker und Finanzchefs zu Firmen wie zum Beispiel Goldmann-Sachs auf, die maßgeblich daran beteiligt gewesen seien, dass Griechenland ohne die nötigen Voraussetzungen in die Euro-Zone aufgenommen wurde. "Mit dem jetzigen System kann Griechenland seine Währung nicht abwerten. Daher werden sie nicht aus dem Teufelskreis von unbezahlbaren Schulden herauskommen", folgerte Buchner. Einen möglichen Lösungsweg sieht der Parlamentarier in zwei Parallelwährungen, wie es die Europäische Union vor der Einführung des Euro praktiziert habe: eine eigene Geldwährung mit der Möglichkeit der Abwertung und die gleichzeitige Euro-Währung für internationale Finanzabwicklungen.

Die Troika (jetzt "Institutionen" genannt) sei in Griechenland der Ausdruck der Wirtschaftsdominanz durch den Neoliberalismus. Diese greife aber in alle Länder über und werde zum Beispiel bei den Freihandelsabkommen massiv durchgesetzt. Das TISA-Abkommen, das im Winter zur Abstimmung steht, sei so konstruiert, dass die Europaparlamentarier zwar darüber abstimmen sollen, der Inhalt aber erst fünf Jahre später einsehbar sein solle.

Buchners Appell an die Versammelten war, nicht untätig zu sein. "Engagieren Sie sich in Organisationen wie ,campact' oder ,Attac', wählen Sie alternative Parteien und treten Sie als Mitglieder ein und rechnen Sie damit, dass Sie massiven Widerstand aus den Kreisen der etablierten großen Parteien erhalten werden; denn es geht um unvorstellbar große Mengen an Geld."
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