Polka unter Pistazienbäumen

Nicht nur beim Oktoberfest im Fliegerhorst Holloman mussten die Pressather Musikanten ihre Instrumente zücken. Mit ihrem Repertoire umrahmten sie einen bayerischen Abend unter 14 000 Pistazienbäumen. Bilder: bjp (2)
Lokales
Pressath
22.10.2015
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Einige Tage sind vergangen, seit den amerikanischen Tagen der Pressather Musikanten. Die Erinnerung ist noch immer frisch bei Sängerin Sonja Neukam - denn nicht nur der Auftritt vor 6000 Besucher beeindruckte die Oberpfälzer im Südwesten der USA.

Weißer Sand und Route-66-Romantik, Klapperschlangen und Kernwaffentest: Der Name Neu-Mexiko weckt gemischte Gefühle. In den Ohren der Pressather Musikanten klingt er wie Musik: Ihre erste USA-Gastspielreise führte die Kapelle in den Bundesstaat, den die Einheimischen "land of enchantment", Land der Verzauberung nennen - und den die Oberpfälzer mit "Bavarian Blasmusik" tatsächlich verzauberten. "Für uns war die Tourneewoche ein überwältigendes Erlebnis und ein Riesenerfolg", blickt Sängerin und Blechbläserin Sonja Neukam zurück.

Josef Reiß hatte diese "Expedition" möglich gemacht. Der Trabitzer arbeitet in der Verwaltung des deutschen Luftwaffenstützpunktes auf dem US-Fliegerhorst Holloman. Seit 1996 gibt es dort ein "Authentic German Oktoberfest", ein Besuchermagnet für den die Organisatoren immer nach tatsächlich authentisch bayerische Kultur suchen - ein idealer "Aufhänger" für eine Konzerttour. Doch schon bevor Dirigent Martin Wolf und seine Truppe 6000 Gäste in den zum "beer garden" (Biergarten) verwandelten Hangar der "Holloman Air Force Base" lockten und damit erstmals in der Geschichte dieses Festes für ein ausverkauftes Haus sorgten (wir berichteten), hatten die Pressather viel erlebt.

Die ersten beiden Tage nach der 19-stündigen Anreise vom "Haus der Heimat" nach Holloman waren dem Kennenlernen der Luftwaffenbasis, der benachbarten Stadt Alamogordo mit ihrem Weltraummuseum und der amerikanisch-mexikanischen Regionalküche mit Burritos (gefüllten Maisfladen), Steaks und Burgern gewidmet. Ab dem ersten Abend galt es auch die Fest-Location herzurichten: "Von unserem ersten Soundcheck haben wir ein Video bei Facebook eingestellt, woraufhin am nächsten Tag 900 weitere Eintrittskarten verkauft wurden", erzählt Neukam.

Tag zwei in Holloman schloss mit dem ersten Auftritt: Mit einer "Last Flight"-Feier verabschiedete die deutsche Luftwaffe den Kommandeur ihres Ausbildungszentrums, Oberst Armin Havenith. "Nach dem Abschiedsflug mit einem Tornado wurde er in einem Kanu sitzend mit dem Wasserwerfer des Feuerwehrautos abgespritzt", erinnerte sich Neukam an einen der Bräuche. Zum Abendprogramm im deutschen Hangar steuerten die Pressather den "guten Ton" bei. Wildwestatmosphäre bot der dritte Tag: Ihn nutzte die Gruppe zum Besuch der für Wildwestmuseen, "Indianerhotel" und Spielcasino bekannten Stadt Ruidoso, die auch Hauptort eines Indianerreservats ist, und der idyllischen "Westernstadt" Cloudcroft.

Im "Sierra County", dessen Kreisstadt sich 1950 nach einem Quiz in "Truth or Consequences" (Wahrheit oder Konsequenzen) umbenannte, beeindruckten Gebirgszüge wie die "Schlafende Indianerin", die "Schildkröte" oder die "Elefantenkuppe" die Besucher aus Europa. Der Tag klang beim bayerischen Abend mit Bratwurst, Bier und natürlich Blasmusik auf der Pistazienranch "Heart of the Desert" (Herz der Wüste) aus, wo 14 000 Pistazienbäume wachsen.
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