Pressather Bürger sorgen sich um verwahrloste Grundstücke und die ärztliche Versorgung
Pflicht, aber kein Zwang

Lokales
Pressath
03.11.2014
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"Eigentum verpflichtet": Doch was kann die Stadt Pressath tun, wenn Grundeigner mit dieser Verpflichtung überfordert sind und ihr Grundstück verwahrlosen lassen? Dies wollten Hans Faast und Manfred Sommer in der Bürgerversammlung (wir berichteten) wissen. Sie verwiesen auf konkrete Fälle in Döllnitz und Pressath und beklagten, dass alle Gespräche der Nachbarn mit den auswärts lebenden Eigentümern eine Besserung zu erreichen.

Wenig Möglichkeiten

Die Antworten von Bürgermeister Werner Walberer und Verwaltungsleiter Bruno Münster fielen ernüchternd aus. "Rechtlich hat die Stadt keine Handhabe, jemanden zu zwingen, sein Privatgrundstück in Ordnung zu halten", bedauerte Walberer. In das Eigentumsrecht eingreifen dürfe die Verwaltung nur, wenn eine Sicherheits- oder Gesundheitsgefahr ausgehe. Auch Bewuchs, der über die Grundstücksgrenze wuchere, dürfe gekappt werden. Münster ergänzte, dass auch eine von Manfred Sommer angeregte Instandhaltungssatzung den Spielraum kaum erweitern würde: "Eine solche Regelung wäre kaum durchsetzbar und womöglich durch eine Klage leicht zu kippen."

Um die Zukunft der allgemeinärztlichen Versorgung sorgt sich Cilla Kneidl. In einem temperamentvollen Vortrag erinnerte die alte Dame an Zeiten, als in der Haidenaabstadt kein einziger praktischer Arzt ansässig war. Umso wichtiger sei es, den Medizinern Dr. Johannes Burger und Dr. Shiranta Arachchige zu helfen, an der Weidener Straße ein behindertengerechtes Praxishaus zu bauen. Momentan praktizieren die Ärzte in einem gemieteten Gebäude an der Wollauer Straße.

Gespräche laufen

Bürgermeister Walberer betonte, dass auch die Stadt die Gemeinschaftspraxis in Pressath halten wollen. Die Stadt stehe mit den Ärzten im Kontakt. Nähere Angaben zu den Gesprächen mit Arachchige und Burger wollte Walberer nicht machen, doch ließ er anklingen, dass die Doktoren ebenfalls gern länger in Pressath blieben. Auf Kneidls Bitte, den Ärzten eine schriftliche Zusage zu geben, entgegnete er sibyllinisch: "Manchmal ist ein Wort mehr wert als ein Stück Papier."

Den Parkplatzmangel am Kahrmühlweg beim Friedhofs beklagte Bruno Murr. Werner Walberer sagte zu, Lösungsmöglichkeiten zu prüfen. Auf Gerhard Merkls Frage, wann mit dem Ausbau der Kreisstraße nach Wollau zu rechnen sei, informierten Walberer und sein Stellvertreter Max Schwärzer, dass Planungen liefen und ein Geldbetrag für den Kreishaushalt 2015 vorgesehen sei. Allerdings, sei nicht gewiss, dass die Arbeiten kommendes Jahr begännen.
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