Reformator, Edifikator, Konservator

Lokales
Pressath
11.04.2015
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Die Pressather Stadtpfarrkirche konnte die Besucher nicht fassen, die ganze Stadt und viele Freunde von außerhalb verabschiedeten am Freitag den verstorbenen Pfarrer Ludwig Bock.

Originell, leutselig, arbeitseifrig und ein Seelsorger von ganzem Herzen: So beschrieb Weihbischof Reinhard Pappenberger Ludwig Bock zu Beginn des Trauergottesdienst in der völlig überfüllten Stadtpfarrkirche. Wie ein Lauffeuer hatte sich am Ostermontag die Nachricht vom Tod des Bischöflich Geistlichen Rats verbreitet (wir berichteten). Was viele schon dabei dachten, wurde am Freitag wahr: Die Beerdigung geriet zu einem besonderen Zeichen der Anteilnahme nicht nur der Katholiken aus Pressath.

Auf seinen letzten irdischen Weg begleiteten Pfarrer Bock viele Weggefährten und ehemalige Schäflein. Das Requiem umrahmte der Kirchenchor. Mit Hauptzelebrant Weihbischof Reinhard Pappenberger, standen 30 Geistliche am Altar, 18 Fahnenabordnungen bezeugten ihre Verbundenheit zum Verstorbenen. Pfarrer Werner Kaspindalin aus Burkhardsreuth bezog sich in der Predigt auf Ken Folletts Roman "Die Säulen der Erde", der das Wirken des Verstorbenen in Anlehnung an die drei Sätze der Baumeister treffen wiedergeb: "Ich vergehe, doch meine Zeichen bleiben." Bock sei Reformator, Edifikator und Konservator in einer Person gewesen.

Dem Wunsch des Verstorbenen entsprechend, fielen die Nachrufe knapp aus. Für den Weihekurs 1955 sprach Pfarrer Heinrich Wachter. Für die kirchlichen Gremien würdigte Kirchenpfleger Anton Murr Bocks Verdienste in den 36 Jahren als Stadtpfarrer. Bernadette Rodler dankte im Namen der Pfarrjugend und der Ministranten. Stellvertretender Landrat Albert Nickl nannte Bock einen allseits geschätzten Pfarrer und geselligen Mitmenschen. 1966 zog Bock in den Kreistag ein.

Für die politischen Gemeinden Pressath, Schwarzenbach und Trabitz nahm Gemeinschaftsvorsitzender Bürgermeister Werner Walberer Abschied. "Pfarrer Bock war eng mit der politischen Gemeinde verbunden. Seine Verdienste würdigte die Stadt anlässlich seines 60. Geburtstages am 7. Juni 1990, als ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde." Mit der Ludwig-Bock-Straße habe ihm die Kommune bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. "Ein Priester ist für alle da", so lautet eine Aussage Bocks, die Kurt Fischer, für den KAB-Kreisverband zitierte. Bock war lange Zeit Kreis- und Ortspräses. 49 Jahre war Ludwig Bock Mitglied der CSU. Ortsvorsitzender Andreas Reindl hob dessen volksnahes Wirken hervor. Schließlich wandte sich Neffe Günter Bock an die Trauergemeinde. Er dankte für die würdevolle Gestaltung des Gottesdienstes. Ganz im Sinne des Verstorbenen lud er die Pfarrgemeinde zum Umtrunk in den Pfarrsaal. Nach dem Requiem machte sich ein langer Trauerzug auf zum Friedhof. (Ein Bericht folgt).
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