Region unter Strom

Für das Bayreuther Planungsbüro Geoplan erläuterten Andreas Hacke (rechts) und Tim Höme die Eckpunkte des Kulmregion-Konzepts. Bild: bjp
Lokales
Pressath
07.10.2014
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Tourismus und Elektromobilität sollen Fördergelder bringen. Bei der offiziellen Gründung der Arbeitsgemeinschaft Kulmregion kam auch ein Kozept zur Sprache, mit dem die Gemeinden bei der EU um Zuschüsse werben soll.

Das Land am Kulm macht (elektro-)mobil: Mit Ideen wie einem "Leitprojekt Elektromobilität" wollen die 13 Gemeinden der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Kulmregion das Image der "Erdäpfel- und Steinpfalz" abstreifen. Hierfür hoffen sie auf europäische Rückendeckung. Ein vom Bayreuther Regionalplanungsbüro Geoplan ausgearbeitetes Konzept soll der Arbeitsgemeinschaft den Weg ins EFRE-Strukturförderprogramm bahnen.

Für ganz Bayern bietet dieses Programm 90 Millionen Euro aus Mitteln der EU und des Freistaats, informierte Geoplan-Mitarbeiter Andreas Hacke bei der konstituierenden Sitzung der Arge im Dostlerhaus. Sein Büro plane ein regionales Entwicklungskonzept, das "originelle und zukunftsweisende" Akzente setze: "Unsere Vorarbeiten sind schon sehr weit gediehen, und vor allem existiert bereits eine strategische Leitidee, auf die es für eine erfolgversprechende Bewerbung ankommt."

Zentrales Ziel müsse sein, Attraktivität und Leistungskraft des Gebiets so zu verbessern, dass dem demografischen Wandel bestmöglich entgegengewirkt werde. Dafür wolle er "Innenentwicklungspotenziale aktivieren". Als Schwerpunkte böten sich Tourismus und Naherholung an, weil die Stärken der Region in Natur und Landschaft lägen. Dem Kulm als Landmarke und Zeuge faszinierender erdgeschichtlicher Prozesse komme herausragende Bedeutung zu.

Aufbauen könne die Kulmregion auch auf ihrer vielseitigen und leistungsfähigen Wirtschaftsstruktur, dem Kulturangebot und "weit gediehenen" Zusammenarbeit der Gemeinden: "Dieses vertrauensvolle Miteinander ist keineswegs selbstverständlich." Nachholbedarf sehen Gemeindeoberhäupter und Regionalplaner beim Radwegenetz, das mit dem benachbarten Oberfranken verknüpft werden sollte. Auch bei der der sonstigen touristischen Infrastruktur gäbe es noch einiges zu tun: Diese sei etwa bei den Informationsangeboten "ausbaufähig". Wünschenswert sei etwa der Ausbau von Leitsystemen, meinte Hacke.

Ihren Blick sollten die Gemeinden auf die Neunutzung von leerstehenden Gebäuden und Brachflächen sowie die Aufwertung der Bahnhöfe richten. "Das besondere Potenzial der Region liegt in der Naherholung", resümierte der Landesplaner. Wolle man sich hier neu positionieren, müsse man auch der zunehmenden Beliebtheit "alternativer" Fortbewegungsmittel wie Elektrofahrrädern und -mobilen Rechnung tragen. Diesem Ziel solle ein "Leitprojekt Elektromobilität" mit dem Arbeitstitel "Kulmregion Erfahren" dienen. "Rückgrat" dieser "Entwicklung von Tourismus und Naherholung im Kontext innovativer Mobilitätsformen" müsse ein flächendeckendes Netz von Stromtankstellen und Akkuwechselstationen sein.

Außerdem sei ein "Fuhrpark" von Miet-Elektrofahrzeugen und die Etablierung einer Forschungsstelle für Elektromobilität denkbar. Als Projektpartner, so Andreas Hacke, biete sich der Energiegenossenschaft Neue Energien West an. Überdies sollten Elektrofahrzeugtechnik-Hersteller eingebunden werden.
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