Runter vom Abstellgleis

Melanie und Uwe Kittner machen sich Gedanken über den Bahnhof. Bis die wahr werden können, wird noch viel Zeit vergehen. Bild: nn
Lokales
Pressath
05.03.2015
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Die Zukunft des Bahnhofs beschäftigt Pressather aller Generationen - auch Melanie Kittner. Die Schülerin wünscht sich eine Bar in dem Bau. Der Bürgermeister hat da eine gute Nachricht für sie - und eine weniger gute.

Ein Jahr ist die Stadt nun Bahnhofsbesitzerin. Getan hat sich äußerlich bislang wenig. Melanie Kittner wünscht sich, dass sich das ändert. Der Stadtrat möchte Vorschläge für die Zukunft des Baus bei einem Ideenwettbewerb sammeln, solange wollte die Elly-Heuss-Gymnasiastin nicht warten. "Ich bin der Meinung, dass man dort einen Treffpunkt für Jugendliche einrichten könnte, den man auch abends nutzen kann", schreibt die 16-Jährige in einer E-Mail an den "Neuen Tag" und schlägt selbst eine Bar vor.

Dabei hofft sie auf einen Nebeneffekt: im Winter nicht mehr frieren, oder bei Regen- und Schneefall auf den Zug nach Weiden warten müssen. "Bis zu einem Umbau könnte man wenigstens die Wartehalle wieder öffnen." Unterstützung bekommt Melanie von ihrem Vater Uwe Kittner. Er ist überzeugt, dass es Bedarf gibt. "Um 8 Uhr warten dort Hunderte auf Zug oder Bus." Auch den restlichen Tag herrsche immer Betrieb. Eine kleine Gaststätte würde sich rechnen. Tatsächlich hat die Bahnhofsgaststätte nebenan seit einiger Zeit geschlossen. "Und für junge Leute gibt es in Pressath ohnehin wenig Möglichkeiten", sagt Uwe Kittner.

Wie den Kittners gefällt die Idee auch Werner Walberer. Allerdings weiß der Bürgermeister, dass es die Details sind, die es oft schwer machen, Ideen umzusetzen. "Mittel- bis langfristig müssen wir eine Nutzung finden", sagt Walberer. "Die Idee gefällt mir, eine Gastwirtschaft ist auch mein Favorit." Der Haken liegt bei der Formulierung "mittel- bis langfristig". Walberer ist ehrlich: Er kalkuliere mit einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Es wäre unrealistisch mit weniger Zeit zu planen.

Die Stadt habe das Gebäude ohne Nutzungsplan ersteigert. "Uns ging es darum die Bushaltestelle zu sichern." Bei der Planung wolle er nun nichts überstürzen. "Wir müssen wissen, was die Bürger wollen." Für eine Gaststätte bräuchte die Stadt einen Pächter, einen solchen finde sie nur mit saniertem Gebäude, vor der Sanierung müsse man den Zustand kennen. Außerdem sind zwei Wohnungen vermietet. "Die Leute können wir nicht einfach auf die Straße setzen."

Gegen eine kurzfristige Öffnung der Halle sprechen die schlechten Erfahrungen der Stadt mit Vandalismus. So kann Walberer Melanie Kittner kurzfristig nur versprechen, dass sie demnächst neue Wartehäuschen gegen Wind und Wetter schützen werden. Die sollen in den nächsten Wochen kommen.

Für die längerfristige Zukunft stehe nun die Ideensammlung mit einem Preisausschreiben an. Außerdem gehe es darum, die Bausubstanz zu untersuchen. Dann folgen weitere Schritte zur Sanierung. Gut möglich, dass am Ende Melanies Idee umgesetzt wird - sie aber nichts mehr davon hat, weil die Schule längst hinter ihr liegt.
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