Seit 75 Jahren bei der Feuerwehr

Ein Dodge der US-Armee als Mannschaftstransporter war das erste Fahrzeug der Feuerwehr Pressath nach dem Zweiten Weltkrieg. Repro: is
Lokales
Pressath
09.09.2015
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Bernhard Knöfel. Bild: is

Fast sein ganzes Leben lang ist er schon bei der Feuerwehr. Zum ersten Mal kam der im oberschlesischen Friedewald geborene als 15-Jähriger mit ihr in Kontakt. Die Kriegswirren versetzten dem engagierten Bernhard Knöfel allerdings einen Dämpfer.

Wie zur damaligen Zeit üblich, machte Bernhard Knöfel Dienst in der HJ-Feuerwehr seines Geburtsortes. Allerdings war die "Feuerwehrkarriere" schnell zu Ende: Von 1942 bis Kriegsende war er zunächst beim Arbeitsdienst, dann beim Militär. Nach einigen Monaten in amerikanischer Kriegsgefangenschaft verschlug es Knöfel nach Pressath.

Hausmeister im Gerätehaus

Bis 1949 fand der gelernte Schlosser Beschäftigung bei der 6. Amerikanischen Armee in Bayreuth. Ein Großbrand von 14 Scheunen in der Baumgartenstraße in Pressath am 4. Januar 1949 war für Knöfel Anlass, sich wieder der Feuerwehr zuzuwenden und aktiv mitzumachen. Der damalige Bürgermeister Josef Ficker appellierte an die Bevölkerung, die Wehr, die nach dem Krieg im "Argen lag", wieder aufzubauen. Bei Bernhard Knöfel zeigte der Appell Wirkung.

Die Zeit in seiner oberschlesischen Heimat mit eingerechnet kann er nun schon auf 75 Jahre Dienst in der Feuerwehr zurück blicken. Gerne erinnert er sich daran, als er mit Männern wie Gustav Treffer, Franz Reis, Werner Matz, Erhard Bauriedl, Franz Goerz, Josef Hermann und anderen Kameraden die Wehr wieder neu aufbaute. Kommandant war damals Gärtnermeister Treffer, Schreinermeister Bauriedl Vorsitzender.

1949 organisierten sie das erste Feuerwehrfest nach dem Krieg. Zuvor schon wurden aus US-Armeebeständen stammende Fahrzeuge der Marke Dodge von freiwilligen Helfern instandgesetzt und der Wehr übergeben. Die feierliche Einweihung dieser Mannschaftstransportwagen nahm der damalige Stadtpfarrer Schinner vor. Treffer veranlasste den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses, das am 12. Juli 1953 seiner Bestimmung übergeben worden war.

Das Feuerwehrhaus in der Baumgartenstraße ist mit dem Namen Knöfel sehr eng verbunden: 1952 beschloss der Feuerwehrverwaltungsrat, die Hausmeisterstelle im neuen Gerätehaus mit dem "Kraftfahrer und Wehrangehörigen" Bernhard Knöfel zu besetzen. Diese damalige Entscheidung erwies sich als wahrer Glücksgriff für die Feuerwehr Pressath. Denn 34 Jahre - von 1954 bis 1988 - war das Ehepaar Marianne und Bernhard Knöfel als Hausmeister im Gerätehaus für Sauberkeit und Ordnung sowie für das Wohlergehen der Feuerwehrleute zuständig.

Viele der älteren Wehrmänner erinnern sich noch heute an die zahlreichen Einsätze, zu denen sie ausrücken mussten. "Die Tore waren immer schon geöffnet, wenn wir kamen und wir konnten uns ohne Zeitverlust auf den Weg machen", sagen sie noch heute. Sie denken dabei auch an die Rückkehr vom Einsatz, wenn im Unterrichtsraum nochmals über den Brand oder den Unfall debattiert wurde. "Wir haben uns immer wohl gefühlt bei unseren Hausmeistern."

Bier mit Strauß

Bernhard Knöfel war aber nicht nur Hausmeister, sondern auch "Chefmaschinist" der Feuerwehr. Auch diese Tätigkeit übte er weit über 35 Jahre aus. 1957 schaffte die Wehr zum Beispiel das erste moderne Löschfahrzeug, einen Ford Taunus, an. Um den Anforderungen für ein geordnetes Feuerlösch- und Rettungswesen gerecht zu werden, wurden in den 1970er Jahren unter Kommandant Werner Höfer und Vorsitzenden Hermann Schwärzer neue Löschfahrzeuge mit modernster Ausrüstung gekauft.

Noch in bester Erinnerung sind für Bernhard Knöfel die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum 1971. Höhepunkt war der Freitag vor dem Fest mit dem Auftritt von Franz Josef Strauß. "So viel Bier ist seither nicht mehr bei einem Fest im Pressath ausgeschenkt worden", erinnert sich der 90-Jährige.

Aufgrund seiner Verdienste für die Feuerwehr Pressath wurde er schon 1987 zum Ehrenmitglied ernannt. Auch jetzt nimmt er immer noch Anteil am Geschehen der Wehr. Über Jahrzehnte war er der "Lehrmeister" der Wehr, der über Generationen die Feuerwehr Pressath mitgeprägt hat. So war er als Maschinist auch für die Pflege und Wartung der Atemschutzgeräte zuständig. Schon frühzeitig regte er an, die Pressather Wehr mit derartigen Gerätschaften auszustatten. Gerne übernahm er deshalb auch die Ausbildung der Nachwuchskräfte. Vergessen werden darf dabei aber auch nicht der Einsatz von Bernhard Knöfel für das BRK. Jahrzehntelang war er dort zuverlässiger Mitarbeiter in der Bereitschaft Eschenbach.
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