Seniorenbeauftragter Albert Butscher zieht Bilanz
Brücken bauen

Lokales
Pressath
29.10.2014
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Seine Position als Ansprechpartner, Koordinator und Sprachrohr der Senioren nehme er so ernst wie am ersten Tag, bekräftigte Seniorenbeauftragter Albert Butscher im Pfarrsaal. Vier Jahre sind vergangen seit ihm die Stadt das Amt übertrug. Bei der Bürgerversammlung (wir berichteten) zog er Bilanz.

Ein Viertel der Pressather ist mehr als 60 Jahre alt - Tendenz steigend. Im Gegenzug ist der Anteil der Unter-20-Jährigen auf 20 Prozent gefallen. Was man bürokratisch-trocken "demographischen Wandel" nennt, ist ein gewaltiger Umbruch. Die Senioren hätten das Recht, möglichst lange selbstbestimmt zu leben. Es liege an Verwaltung, Vereinen und Einrichtungen, die Voraussetzungen zu schaffen. Ebenso wichtig sei das Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Bürgern, wozu nicht zuletzt die Weitergabe von Wissens- und Erfahrungsschätzen gehöre.

Beratungsangebote, Informations- und Unterhaltungsveranstaltungen, insbesondere konkrete Anregungen für den Abbau von Barrieren helfen das Ziele zu erreichen, gab sich Butscher zuversichtlich. Wenig Widerhall habe die Fragebogen-Aktion gefunden, die die Senioren zu Kritik und Vorschlägen ermutigen sollte. Butscher nahm es gelassen: "Vielleicht bedeutet das, dass die Pressather mit ihrer Stadt zufrieden sind." Ein Brückenschlag zwischen Jung und Alt seien die "Erinnerungsabende" gewesen, bei denen ältere Einwohner über ihre Erlebnisse in den Kriegs- und Nachkriegsjahren sprachen.

Für die Zukunft hofft Butscher, dass weitere Barrieren für mobilitätseingeschränkte Menschen fallen. Dies betreffe das Rathaus, dessen Umbau bevorstehe, aber auch rollator- und rollstuhlgerechte Bordsteine und Fußwege. Bei Veranstaltungen wünsche er sich, dass genügend Behindertenparkplätze reserviert sind. Butscher präsentierte eine Informationsbroschüre der Stadt, die Tipps für das "Leben, Wohnen und Reisen im Alter" gibt. Die Broschüre sie im Rathaus einsehbar.

Für 10. November lud Butscher zum Vortrag über "Senioren im Verkehr" und für 18. April zum "musikalischen Frühling" ein. Für die nächsten Monate plane er Veranstaltungen zu den Themen "Senioren und Bewegung" sowie "Senioren und ihre Hobbys". Eine Radtour ist für Frühjahr 2015 vorgesehen. Ferner strebt der Seniorenbeauftragte eine engere Zusammenarbeit mit den Kollegen in acht Kommunen des "Vierstädtedreiecks" an. "Unterstützen und begleiten Sie die Seniorenarbeit mit Anregungen, Hinweisen und sachlicher Kritik", rief Butscher zum Schluss.
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