Silke Gulder beleuchtet beim Frauenbund Lebensmittelzusatzstoffe - Oftmals Ersatz für Gewürze ...
Unverträglichkeit und Konzentrationsschwäche

Diplom-Ökotrophologin Silke Gulder (links) referierte im Kolpingsheim über Lebensmittelzusatzstoffe. Als Dankeschön überreichte Schriftführerin Christine Pfeiffer ein kleines Blumenpräsent. Bild: mng
Lokales
Pressath
30.09.2015
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"Lebensmittelzusatzstoffe - Risiko oder nützliche Helfer?" - So lautete das Motto des Vortrags von Silke Gulder vom Verbraucherservice Bayern, zu dem der Katholische Frauenbund einlud. Vorsitzende Juliane Severin konnte rund 30 Zuhörer im Kolpingheim begrüßen.

Fertiggerichte, Fleischsalate, Süßwaren, Tiefkühlpizzen, Würstchen und auch Erfrischungsgetränke - also industriell verarbeitete Lebensmittel - enthalten meist Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Emulgatoren, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker. Es müsse daher die Frage gestellt werden, ob Zusatzstoffe ein Gesundheitsrisiko darstellen oder ob auf sie bei der Produktion unserer Lebensmittel verzichtet werden könne, betonte Gulder.

Länger haltbar

Zusatzstoffe können die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, ihnen eine bessere Farbe geben oder einen intensiveren Geschmack verleihen. Europaweit sind derzeit etwa 300 verschiedene Zusatzstoffe für Lebensmittel zugelassen, die in 20 Gruppen eingeteilt werden. Für die Lebensmittelindustrie bieten solche Zusatzstoffe viele Vorteile. Ohne sie wäre die Herstellung vieler Fertigprodukte und kalorienreduzierter Lebensmittel nicht möglich. Die Referentin kritisierte, dass durch Verwendung von Geschmacksverstärkern an den eigentlich wertvollen Zutaten wie Gemüse, Kräutern und Gewürzen gespart werde.

An Würze gewöhnt

"Ein Zusatzstoff wird dann zugelassen, wenn der Hersteller den Nachweis erbringt, dass er gesundheitlich unbedenklich ist. Es ist aber nicht auszuschließen, dass empfindliche Personen mit Unverträglichkeiten und insbesondere Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten darauf reagieren", ergänzte Gulder. Zu möglichen Auslösern zählen künstliche Farbstoffe, Konservierungs- und Süßstoffe.

Aber auch der Geschmacksverstärker Glutamat, der in der Kritik steht, "weil er bei regelmäßigem Verzehr dazu führt, dass Verbraucher sich an den überzogen würzigen Geschmack gewöhnen. Das führt dazu, dass gewöhnlich gewürzte Speisen nicht mehr schmecken ", erläuterte die Referentin. Es gehe aber auch anders: Die meisten Grundnahrungsmittel und unverarbeiteten Lebensmittel enthalten keine Zusatzstoffe. Dazu zählen frisches Gemüse, Obst und naturbelassene Milchprodukte. Im Ergebnis stellte Silke Gulder fest, dass es zur Vermeidung von Zusatzstoffen am besten sei, möglichst viele Speisen aus naturbelassenen regionalen und saisonalen Lebensmitteln selbst zuzubereiten.

Frauenbundvorsitzende Juliane Severin dankte der Referentin für ihren informativen Vortrag. Schriftführerin Christine Pfeiffer überreichte ihr einen kleinen Blumengruß.
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